Online-Bestellungen: „Auf Rechnung kaufen“

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Ute Bitter, Sprecherin der Verbraucherzentrale Hessen.

Offenbach - Die besten Schnäppchen findet man oft in ausländischen Online-Shops. Doch dort lauern manchmal auch gefährliche Fallen.

Worauf sollte geachtet werden? Unser Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey fragte bei Ute Bitter, Sprecherin der Verbraucherzentrale Hessen, nach:

Raten Sie von der Vorkasse bei Online-Bestellungen im EU-Ausland grundsätzlich ab?

Nicht nur bei Bestellungen im Ausland sind Zahlungen per Vorkasse eine riskante Angelegenheit. Nur allzu oft kommt es vor, dass die bestellte Ware nicht oder fehlerhaft beim Käufer ankommt. Zur Vorkasse zählen übrigens nicht nur die Überweisung und Kreditkartenzahlung im Voraus, sondern auch die Nachnahme. Denn auch bei dieser Variante zahlt man, bevor man den Inhalt des Pakets geprüft hat. Besser ist es, auf Rechnung zu kaufen. Dann hat man Zeit, die Ware zu prüfen und muss seinem Geld im Zweifelsfall nicht hinter laufen. Hilfreich kann es sein, Anbieter danach auszusuchen, ob sie mit Bezahlsystemen wie Treuhandkonten - zum Beispiel PayPal - kooperieren. Diese Bezahlsysteme bieten einen Käuferschutz an und versprechen, dass man sein Geld zurückbekommt, wenn die Ware nicht kommt oder nicht einwandfrei ist. Aber Achtung: Manche Artikel können vom Käuferschutz ausgeschlossen sein, zum Beispiel motorisierte Fahrzeuge oder Flugtickets. Deshalb sollte man sich die Richtlinien dieser Bezahlsysteme vor Abschluss des Kaufvertrages gut durchlesen.

Wie kann ich denn als Kunde erkennen, ob es sich um einen vertrauenswürdigen Verkäufer im Ausland handelt?

Ein Blick ins Impressum kann helfen. Fehlt dieses, ist die Adresse nicht vollständig, ist nur ein Postfach angegeben oder sind Verantwortliche nicht namentlich genannt, ist das ein Indiz dafür, dass der Anbieter seine Identität verschleiern möchte. Man weiß in solchen Fällen meist nicht, mit wem man einen Kaufvertrag abschließt und sollte sich gut überlegen, ob man hier einkaufen möchte. Kundenbewertungen können ebenfalls eine Orientierung geben. Sie sagen aber immer nur etwas über die Vergangenheit aus.

Gibt es Regeln bei Rechtsauseinandersetzungen mit Verkäufern bzw. Käufern im Ausland - lohnt sich der Aufwand zum Beispiel für ein Produkt im Wert von 50 Euro überhaupt?

Lesen Sie dazu auch den Artikel:

Reinfall beim Online-Kauf im Ausland

Rechtliche Auseinandersetzungen mit Anbietern im Ausland können prozessual aufwändiger und insgesamt teurer sein als Auseinandersetzungen mit Anbietern im Inland. In beiden Fällen können die Anwalts- und Gerichtskosten höher ausfallen als der Kaufpreis. In einem solchen Fall wird jeder für sich selbst entscheiden müssen, ob er einen Rechtsstreit eingeht. Beratung für außergerichtliche Auseinandersetzungen mit Verkäufern im EU-Ausland erhalten Verbraucher beim Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl, Telefon: (07851) 99148-0, E-Mail: info@cec-zev.eu, Internet: http://www.cec-zev.eu/de/startseite/.

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