Zweijähriger Versuch

Zwischen Offenbach und Neu-Isenburg wird‘s eng – Zwei Fahrspuren fallen weg

Fahrrad-Verbindung Offenbach Neu-Isenburg Grafik
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Für eine direkte Fahrrad-Verbindung zwischen Offenbach und Neu-Isenburg und weiter Richtung Dreieich sind mehrere Punkte abzuarbeiten. Grafik: Stadt

Es gibt Ärger wegen der Radspur zwischen Offenbach und Neu-Isenburg. Über die neue Rad-Verbindung wird viel diskutiert. Jetzt soll es eine zweispurige Strecke geben – zum Nachteil der Autofahrer.

Offenbach – Das erhitzt sicher die Gemüter: Bei der Diskussion um eine schnelle Veloverbindung zwischen Offenbach und Neu-Isenburg sind viele davon ausgegangen, dass ein Radweg parallel zur Sprendlinger Landstraße gebaut wird. Oder ein Fahrstreifen der vierspurigen Piste wegfällt – Von wegen. Die Sprendlinger Landstraße als zentrale Nord-Süd-Verbindung wird zweispurig. Eine Planungsvereinbarung zur Luftreinhaltung hat die Stadt mit Hessen Mobil unterzeichnet. Das Projekt ist zunächst als zweijähriger Verkehrsversuch angelegt.

Offenbach: Sprendlinger Landstraße wird zweispurig – „mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzbar“

Mit der Unterschrift rückt eine direkte (Schnell-) Radverbindung von Offenbach über Neu-Isenburg bis Darmstadt näher: Bis Juni 2021 soll der erste Abschnitt von Offenbach (Höhe Fredenhagen-Areal) bis zum Neu-Isenburger Gravenbruchring entstehen, indem die Sprendlinger Landstraße (L 3313) von vier auf zwei Fahrspuren reduziert wird. „Das ist mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzbar und wird, wie Simulationen zeigen, den fließenden Verkehr wenig beeinträchtigen“, sagt Radverkehrsbeauftragte Ivonne Gerdts vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement.

Im Vorgriff soll bereits in diesem Jahr eine Wegeverbindung von der Schumannstraße (Lauterborn) bis zur Buswendeschleife (THW) geschaffen werden. Weiter vorgesehen für die Verbindung in die Hugenottenstadt: Beim Geisfeldkreisel ist es ein teilweise vorhandener Radweg als Neubau um 100 Meter zu verlängern. Auf der Bundesstraße 459 (Brücke über die A3) soll der Mehrzweckstreifen für die Maßnahme genutzt werden.

Zwischen Offenbach und Neu-Isenburg: „Das reduziert Staus, Stress und schädliche Emissionen“

„Damit möchten wir eine Lücke in der Radverkehrs-Infrastruktur schließen und unseren Luftreinhalteplan weiter voranbringen“, begründet Paul-Gerhard Weiß in seiner Funktion als Planungs- und Umweltdezernent die Maßnahme. Ziel dieses Plans ist es, die bisher noch an einigen Offenbacher Straßenzügen überschrittenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid so schnell wie möglich im gesamten Stadtgebiet einzuhalten.

Sichere und direkte Radverbindungen könnten gerade in einer wachsenden Stadt wie Offenbach zum Umsatteln motivieren, sagt Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach: „Das reduziert Staus, Stress und schädliche Emissionen.“ Die Stadt arbeitet da eng mit der Nachbarkommune Neu-Isenburg und der Straßenbaubehörde Hessen Mobil zusammen. Felix Weidner, Leiter der Steuerungsgruppe Radverkehr bei Hessen Mobil, freut sich darüber: „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht es, Netzlücken bei Bundes- und Landesstraßen zu beseitigen und kommunale Radwege zu verzahnen.“

Offenbach: Mit Umwidmung der „Sprendlinger“ könnte auch Unfallschwerpunkt beseitigt werden

Am Ende steht eine durchgehende Radverbindung vom Mainradweg durch die (geschützte) Taunusstraße über den Hauptbahnhof und die Schumannstraße zur Sprendlinger Landstraße. Von dort soll die Trasse mittelfristig an den künftigen, 30 Kilometer langen Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt angebunden werden. Für den dafür erforderlichen Ausbau des Radwegs nach Dreieich hat Neu-Isenburg eine Planungsvereinbarung mit Hessen Mobil geschlossen. Mit deren Sanierungsoffensive 2022 soll zudem ein straßenbegleitender Radweg an der L 3117 zwischen Heusenstamm und Neu-Isenburg entstehen.

Mit der Umwidmung der „Sprendlinger“ könnten die Planer möglicherweise parallel einen Unfallschwerpunkt beseitigen. Am Geisfeldkreisel ereignen sich weiterhin Auffahrunfälle, obwohl seit fünf Jahren dort die Verkehrsführung geändert ist. Nicht zu vergessen: Im September 2018 prallten abends zwei Wagen frontal zusammen – zwei Männer, 44 und 29 Jahre alt, verbrannten in ihrem Auto, zwei weitere wurden schwer verletzt. (Martin Kuhn)

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