Auf Honda folgt Hyundai

Aufschwung am Kaiserlei

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Der repräsentative Firmensitz im Kaiserleiviertel: Für den Umzug von rund 200 Mitarbeitern hat Hyundai kräftig in seine Europazentrale investiert.

Offenbach - Honda hat Offenbach den Rücken gekehrt und ein neues Domizil im Frankfurter Ostend an der Automeile Hanauer Landstraße bezogen. Von Alexander Knoop

Doch Ausgleich ist in Sicht: Anfang Oktober wird sich wie angekündigt die Deutschland-Niederlassung des koreanischen Kfz-Herstellers Hyundai im Kaiserleiviertel einquartieren und gewissermaßen eine Wohngemeinschaft mit der Europazentrale des Konzerns bilden, die dort bereits seit 2006 ihren Sitz hat.

Bis in die späten 80er Jahre, als Deutschland noch geteilt war, wussten nur wenige Eingeweihte etwas mit dem Namen Hyundai anzufangen. Erst 1991 begannen die Koreaner mit dem Export ihrer Pkw ins Land. Seitdem haben sie eine beeindruckende Erfolgsserie vorzuweisen, die in der Branche ihresgleichen sucht. Absatz und Marktanteil stiegen kontinuierlich. Im vergangenen Jahr verzeichnete Hyundai erstmals mehr als 100 000 Neuzulassungen per annum und übertraf damit sogar das Ausnahmejahr 2009, als die staatliche Verkaufsförderung namens Umwelt- oder auch Abwrackprämie den Autobauern zu einem Höhenflug verholfen hatte.

Konzern liegt im weltweiten Vergleich auf Platz fünf

Inzwischen ist der Konzern, der vor Jahren die Landsleute von Kia vor der endgültigen Pleite bewahrte, in der weltweiten Rangliste der Pkw-Hersteller auf dem fünften Platz nach Toyota, General Motors, Volkswagen und Ford angelangt. In Deutschland hat Hyundai sämtliche japanischen Mitbewerber überholt, in der Reihenfolge der ausländischen Anbieter, die von Škoda angeführt wird, jetzt erstmals die jahrelang dominierenden Renault-Kollegen.

Während die Pkw-Branche hierzulande insgesamt einen Verkaufsrückgang um 6,6 Prozent Ende August verkraften muss, beträgt das Minus bei Hyundai nur 1,6 Prozent. Dennoch ist das Unternehmen, das in den ersten acht Monaten dieses Jahres gut 66 000 Wagen neu auf deutsche Straßen brachte und seinen Marktanteil auf 3,4 Prozent steigerte, zuversichtlich, bis Silvester die Rekordmarke von 102 000 Neuzulassungen zu erreichen.

Umzug für Anfang Oktober geplant

Anlässlich der gerade zu Ende gegangenen IAA auf dem Frankfurter Messegelände lud Hyundai Deutschland zu einer „House Warming Party“ in die neuen Räume, die mit der Weltpremiere für die aktuelle Generation des Kleinstwagen i10 – vergleichbar etwa mit dem VW Up oder dem Ford Kia – verbunden war. Der definitive Umzug geht jedoch erst am ersten Oktober-Wochenende über die Bühne.

Damit die knapp 200 Mitarbeiter, von denen die Belegschaft am bisherigen Deutschland-Sitz Neckarsulm etwa drei Viertel ausmacht, auch angemessen Platz finden, wurde das ursprünglich wie ein „L“ gestaltete Gebäude auf dem insgesamt 16 300 Quadratmeter großen Areal um einen Flügel mit 12 200 auf zusammen 33 800 Quadratmeter Bruttogeschossfläche erweitert, so dass es jetzt u-förmig ist. Die Stellen der Mitarbeiter, die den Umzug nicht mit ihren Lebensplanungen in Einklang bringen konnten, sind ausgeschrieben worden und sollen bevorzugt mit Kräften aus dem Rhein-Main-Gebiet besetzt werden.

Die Hyundai Motor Deutschland GmbH, wie das Unternehmen im Handelsregister firmiert, ist seit Anfang 2012 eine hundertprozentige Tochter der Hyundai Motor Company in Seoul; vorher führte dort die Schweizer Emil-Frey-Gruppe Regie. Sie hat ein Stammkapital von 8,2 Millionen Euro und einen Umsatz von 1,02 Milliarden Euro (2012). Ihr Präsident ist Jung-Kook Bae, Geschäftsführer der ehemalige Toyota-Manager Markus Schrick.

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