Spitze bei Betreuung

Offenbach - Diese Übung fällt Bürgermeister Peter Schneider angesichts der positiven Zahlen leicht: Er präsentiert den Entwurf des vom Parlament jährlich zu fassenden Grundsatzbeschlusses „zur Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots an Plätzen in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege“.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Offenbach steht gut da. Für fast jedes zweite Kind im Alter von ein bis drei Jahren steht in Offenbach ein U3-Platz zur Verfügung. Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt die Versorgungsquote in Tageseinrichtungen mittlerweile gar bei 98 Prozent. „Wir haben einen hervorragenden Abdeckungsgrad erreicht und liegen bei den U3-Plätzen im Vergleich zu anderen Kommunen vorn“, freut sich Schneider. Dass es bei den Hortplätzen anders aussieht, ist dem Umstand geschuldet, dass der rechnerische Bedarf von 25 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen ab 2014 auf 35 Prozent angehoben wird. So ergibt sich ab Januar ein Mangel an 400 Plätzen für Grundschulkinder. 50 Hortplätze entstehen in der neuen Kita Berliner Straße; hinzu kommen 50 Kita-Kinder und 24 Krabbelplätze. Spätestens zum neuen Jahr, wenn Personal gefunden und eingestellt ist, sollen dort alle Plätze besetzt sein. „Besonders hoch ist der Bedarf an neuen Plätzen für alle Altersgruppen in der nördlichen wie südlichen Innenstadt“, erläutert EKO-Betriebsleiter Hermann Dorenburg. Die Verwirklichung der vierzügigen Hafenschule mit angegliederter Kita für 0- bis Sechsjährige habe daher höchste Priorität.

Auch sonst verfolgt Offenbach ambitionierte Ziele. So wird der Bedarf an U3-Plätzen mit 45 Prozent beziffert, während bundesweit eine Quote von 35 Prozent für Ein- bis Dreijährige zugrunde gelegt wird; nur für diese gilt der Rechtsanspruch. Der Bedarfsplanung von 45 Prozent entsprechen 1 711 Plätze, bis Ende 2013 sind in Offenbach 1326 Plätze vorhanden. „Der weitere Ausbau ist also geboten“, so Dorenburg, „und wir werden bis Ende 2014 mindestens 130 neue Plätze schaffen.“ Für 2015 seien weitere 100 vorgesehen. Trotz aller Anstrengungen des EKO ist die Planungssicherheit begrenzt. Das beginnt bei den fiskalischen Auswirkungen des Hessischen Kinderförderungsgesetzes und hört bei der Reduzierung von Gruppengrößen aufgrund von Integrationsplätzen nicht auf. Doch das Jugendamt geht davon aus, dass die Haushaltsmittel für den Ausbau zumindest bis Ende 2015 reichen.

(nn)

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