15. Ausgabe der Reihe „Let’s talk about us“

Zusammenleben in Offenbach

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Agnes Thölking, Angelika Amborn-Morgenstern und Peter Schneider (hinten von links) mit den Kindern bei der Vorstellung der Broschüre.

Offenbach - Zum 15. Mal haben Jugendbildungswerk und Jugendkulturbüro der Stadt die Reihe „Let’s talk about us“ organisiert. Sie gibt Kindern und Jugendlichen Gelegenheit, sich in verschiedenen Kunstformen mit einem jährlich wechselnden Thema auseinanderzusetzen. Von Annalena Barnickel 

In diesem Jahr lautete der Leitgedanke für die jungen Künstler „Offen zusammenleben in Offenbach?“. „Das Fragezeichen ist durchaus absichtlich gewählt“, erläutert die Kunstpädagogin Angelika Amborn-Morgenstern. „Denn es provoziert und zwingt einen dazu, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.“ Entstanden sind Rock-, Rap- und Soulsongs, Fotos, Filme, Malereien, Theaterstücke und vieles mehr. Am Freitag präsentierte Bürgermeister Peter Schneider mit Agnes Thölking und Angelika Amborn-Morgenstern die Broschüre zum Projekt, in der ausgewählte Werke zu finden sind. „Viele Produktionen sind zu schade, um sie nicht in eine breitere Öffentlichkeit zu rücken“, urteilt Thölking. Nach begrüßenden Worten Schneiders und einer Performance der Band Harmonizers stellten einige Schüler ihre Gemälde den Besuchern vor.

Gesang der Harmonizers rundete die Präsentation ab.

Auf dem Bild von Nathalie ist das Isenburger Schloss zu erkennen. Dort lebt in ihrer Vorstellung ein besonderes Mädchen: Pippi Langstrumpf. „Alle Offenbacher Kinder können dort wohnen“, lautet die Intention, die auf fehlende Möglichkeiten für Jugendliche und Kinder in Offenbach hinweist. Das Schloss des rothaarigen, bärenstarken Mädchens von Astrid Lindgren hat in der Fantasiewelt genug Platz für alle und nimmt die Kinder mit offenen Armen auf. Thorben zeigt auf seinem Gemälde „EVO und Co“ das, was für ihn persönlich Offenbach bedeutet – und das ist der Turm der EVO. „Das ist immer das erste, was sehe, wenn wir vom Urlaub kommen“, erzählt er. „Am Anfang ist das komisch, aber man gewöhnt sich mit der Zeit daran und fängt an, ihn mit seinem Zuhause zu verbinden.“

Eben auf diese persönliche Identifikation kommt es den Organisatoren an. „Jede Form der Identifikation mit dem Wohnumfeld soll den Kindern ein Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft, in der wir leben, vermitteln“, betont Morgenstern. Nicht nur das Malen sei wichtig, sondern auch die Reflektion darüber. Denn das Zusammenleben der etwa 150 Nationen in Offenbach soll nicht in Frage gestellt, vielmehr zum Leitmotiv für jeden werden.Für 2016 ist bereits die nächste Reihe von „Let’s talk about us“ in Planung.

Zu erhalten ist die Broschüre für fünf Euro im Jugendbildungswerk des Jugendamts, Berliner Straße 77, dritter Stock.

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