Stadt und RKI nennen unterschiedliche Inzidenzen

Ausgangssperren für Offenbach wieder möglich

Corona in Offenbach: Polizei kontrolliert die Ausgangssperre
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Im Dezember galten schon einmal nächtliche Ausgangssperren.

Drohen den Offenbachern erneut nächtliche Ausgangssperren ab 21 Uhr? Durchaus möglich, denn laut dem Corona-Eskalationskonzept des Landes sollen diese angeordnet werden, sobald eine Kommune an drei Tagen in Folge eine 7-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen aufweist. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) hat Offenbach am gestrigen Mittwoch erstmals wieder eine Inzidenz von über 200 erreicht.

Offenbach - Allerdings sieht die Stadt das anders: Das Gesundheitsamt hat für Mittwoch eine Inzidenz von 190,4 errechnet – somit wäre die 200er-Grenze noch nicht gerissen. Im vergangenen Jahr kam es gerade zu Beginn der Pandemie noch häufig vor, dass sich die Inzidenzen von RKI und den Kommunen wegen verschiedener Zählweisen unterschieden. Inzwischen haben sich alle Beteiligten auf ein Verfahren geeinigt. Der Haken an der Sache: Wenn Stadt und RKI die Zahlen zu verschiedenen Zeitpunkten abrufen, kommen freilich unterschiedliche Inzidenzen dabei heraus. Wenn die Stadt die Zahlen von 17 Uhr zugrunde legt, das RKI aber erst jene um 17.30 Uhr und das Gesundheitsamt in dieser Zeitspanne neue Fälle aufnimmt, stimmen die Inzidenzen nicht mehr überein.

Für Mittwoch ist genau dies eingetreten. Die Stadt will nun mit dem RKI verhandeln, welcher Zeitpunkt als gültig angesehen wird. Sollte das RKI auf seiner Zahl bestehen und wieder mehr Infektionen gemeldet werden, kann Offenbach rasch auf drei Tage in Folge auf eine 200er-Inzidenz kommen – und müsste Ausgangssperren erlassen. Die gelten dann so lange, bis die Stadt fünf Tage am Stück unter der 200er-Marke liegt.

Dass Ausgangssperren einen massiven Eingriff in die Bewegungsfreiheit darstellen, sei allen Beteiligten bewusst, sagt Schwenke. Leichtfertig würden diese daher nicht erlassen. „Da mehr als die Hälfte der Infektionen aber in geschlossenen Räumen im privaten Bereich erfolgen, wäre eine Einschränkung im privaten Bereich sinnvoller als weitere Verbote im öffentlichen Raum“, sagt er. Am heutigen Donnerstag will der Verwaltungsstab über den Umgang mit den Inzidenzen beraten.

Von Frank Sommer

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