Ausgefuchste Taktik

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Ein Fuchs schleicht durchs Komponistenviertel. Unser Leser Albert Blume lichtete dieses Tier auf einem Grundstück in der Beethovenstraße ab.

Offenbach (dsc) ‐ Meister Reineke macht sich in der Stadt breit. Diesen Eindruck hat zumindest Albert Blume. Am vergangenen Sonntag hat er am helllichten Tag einen Fuchs vor seinem Haus im Komponistenviertel gesehen.

Am Tag darauf konnte er ein umherstreunendes Tier gar fotografisch festhalten. Andere Offenbacher haben Füchse schon vor Wochen beobachtet – etwa im Nordend. „Es ist völlig normal, dass sich Füchse in der Stadt rumtreiben“, erklärt Kurt Schäfer, Leiter des Forstamtes für Stadt und Kreis Offenbach. Dafür gebe es mehrere Gründe, sagt der Fachmann.

Zum Beispiel immer größer werdende Städte und immer weniger Rückzugsgebiete in die Natur. Aber auch die stark wachsende Fuchspopulation in den hiesigen Wäldern sei dafür verantwortlich. Vor allem aber führten die hungrigen Mägen die Tiere aus dem Wald heraus ins urbane Schlemmerparadies: „In der Stadt gibt es viel Nahrung. Kleintiere wie Mäuse, dazu viele Essensreste in Mülltonnen und herumliegenden Säcken. Das ist alles leichte Beute“, erläutert der Forstamtleiter.

Von den Füchsen gehe jedoch keine Tollwut-Gefahr aus, betont Thomas Fröhlich Referatsleiter im Umweltministerium in Wiesbaden. Hessen sei seit 2006 tollwutfrei. Regelmäßige Kontrollen sorgten zudem dafür, dass man den Überblick über die Situation in der Region behalte.

„Trotzdem sollte sich niemand den Tieren nähern“, rät Forstamtsleiter Schäfer dringend von zu nahem Kontakt ab. Fühlten sie sich bedroht, zögerten sie nämlich nicht, zuzubeißen. Um zu vermeiden, morgens einem Fuchs gegenüberzustehen, müssten die Stadtbewohner dafür sorgen, dass kein Essens-Angebot vorhanden ist. „Es dürfen keine fressbaren Müllreste offen oder leicht zugänglich rumstehen“, so Kurt Schäfer.

Leider, so der Forstamtsleiter, gebe es Menschen, die die Tiere bewusst fütterten. Da der Fuchs ein Gewohnheitstier sei, merke er sich die Stelle und kehre stets dorthin zurück. Das sei unverantwortlich und berge Gefahren. Zudem würden die Raubtiere so verlernen, sich selbst zu versorgen.

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