Fluglärm in der Nacht: Ausnahmen erlaubt

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Fluglärm in der Nacht: Ausnahmen sind erlaubt.

Offenbach (mad) - Die Familie aus der Hamburger Straße in Bieber ist sich sicher: In der Nacht zum vergangenen Sonntag raubten ihnen weit nach Mitternacht mehrere Flugzeuge den Schlaf. 0.23 Uhr, 0.34 Uhr, 0.52 Uhr 1.02 Uhr haben die Bieberer akribisch die einzelnen Zeiten aufgeschrieben.

Und: „Es waren noch mindestens zwei Flugbewegungen mehr, die wir aber beim Einschlafen nicht mehr notiert haben.“ Die Maschinen seien trotz Ostwetterlage, bei der bekanntlich in Richtung Offenbach gestartet wird, über Bieber Richtung Flughafen unterwegs gewesen.

Für die Fluglärmgeplagten lässt das nur den Schluss zu: „Das Nachtflugverbot ist schon kurz nach seinem Inkrafttreten umgangen worden.“ Es sei denn, befürchten die Bewohner unter der Einflugschneise, es gebe schon jetzt jede Menge Ausnahmregelungen vom Verbot zwischen 23 und 5 Uhr.

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Die gibt es tatsächlich, und das sei für die meisten schon irritierend, wie Ute Otterbein von der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bestätigt. Grundsätzlich, sagt die mit zunehmend verärgerten lärmgeplagten Anrufern kämpfende Pressesprecherin, sind Flugzeuge, die zum Beispiel um kurz vor 23 Uhr in Frankfurt starten, natürlich noch einige Minuten im Luftraum der Region unterwegs. Ähnliches gelte vor den Landungen ab 5 Uhr am Morgen, wobei die DFS die Flugzeuge keine Warteschleifen drehen lasse, wie die Sprecherin betont.

7,5 Flugbewegungen zwischen 23 und 24 Uhr zulässig

Zu dieser noch mühelos nachvollziehbaren Regelung kommen indes noch weitere Ausnahmen: Im Jahresdurchschnitt sind täglich 7,5 Flugbewegungen zwischen 23 und 24 Uhr zulässig. Mit dieser Vorgabe von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch soll verspäteten Maschinen Rechnung getragen werden.

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