„Ausreden im Hainbachtal“

Offenbach - (alk) Politisch ist die Affäre um Hungerlöhne im Hainbachtal noch nicht ausgestanden. Nachdem die Werkstätten Hainbachtal gGmbH, eine Tochterfirma der Offenbacher Arbeiterwohlfahrt, erklärt hat, weiter mit der Firma Schulbusse Sonnenschein zusammen arbeiten zu wollen, meldet sich eine SPD-Gruppierung zu Wort.

Die Arbeitgemeinschaft für Arbeitnehmer (AfA) hält die Erklärung der Firma Sonnenschein zum „Lohnskandal“ für „nicht ausreichend“. Den Werkstätten empfiehlt die AfA, „sich nicht blauäugig mit faulen Ausreden abspeisen zu lassen, sondern Einblick in die Unterlagen des Auftragnehmers zu verlangen und auf Verbesserung des Entlohnungssystems zu drängen.“

Wenn der Stundenlohn eines Fahrers wie berichtet nur 2,50 Euro betrug, weil Überstunden nicht bezahlt wurden, wirft das für die AfA die Frage auf, warum die Firma die Überstunden nicht vergütet oder die Pauschale entsprechend erhöht. „Wenn Sonnenschein aber wirklich nicht weiß, wie viele Überstunden ihre Fahrer abzuleisten haben, kann sie auch nicht wissen, ob der Hungerlohn wirklich nur ein Einzelfall gewesen ist oder nicht“, betont AfA-Vorsitzender Stefan Metz.

Nach seiner Ansicht sollten die Beschäftigten so schnell wie möglich einen Betriebsrat wählen. „Auch die Gewerkschaft Verdi hätte längst an die Geschäftsleitung des Personenbeförderers wegen Abschluss oder Anerkennung eines Tarifvertrages herantreten können.“ Metz: „Die Flickschusterei der Bundesregierung mit dem Mindestlohn hat so große Lücken hinterlassen, dass pfiffige Unternehmer sich um eine angemessene Bezahlung drücken können“. Der Vorgang bei Sonnenschein verdeutliche die Dringlichkeit eines einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohnes. Die Union solle ihre Blockadepolitik aufgeben.

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