Wohlklingende Huldigung

Außergewöhnlicher Musikgenuss bei „Ein Tag voller Mozart“ im Büsingpalais

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Andi Stepanchuk und Timur Hökelekli werden für ihre Fingerfertigkeit mit Applaus belohnt.

Offenbach – Es ist nicht nur ein Hauch von Mozart, der das Büsingpalais umweht, als am Samstag junge Talente und erfahrene Instrumentalisten dem Genie aus Salzburg huldigen und mit einem mehrstündigen Programm im Jacques-Offenbach-Saal das Auditorium erfreuen. Von Harald H. Richter

Tolles Trio: Marie Heider, Yvonne Wolf und Carolin Beyer mit Lehrerin Angelika Schaffar-Kottmann.

Bei freiem Eintritt erlebt das Publikum Auftritte von Lehrenden und Lernenden der Musikschule Offenbach ebenso wie von anderen Künstlern. Auszüge aus dem Roman „Joseph, der schwarze Mozart“ über das Leben von Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-George, gelesen von Schauspieler Matze Vogel, verleihen dem Konzertereignis eine literarische Note.
Offenbachs Kulturamtsleiter Dr. Ralph Philipp Ziegler erinnert eingangs an die vielbeachteten „Toujours Mozart“-Veranstaltungen der vergangenen drei Jahre, die durch die Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation zustande gekommen waren. „Wir wollten es jedoch nicht dabei bewenden lassen, sondern Mozart für Jedermann aus eigener Kraft weiterführen.“

Der aus einer französischen Musikerfamilie stammende Violinist Romuald Grimbert-Barré, der mit Pianist Jens Barnieck – unter anderem Dozent für Klavier an der Musikschule – bietet Stücke von Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-George, dar. „Joseph, der schwarze Mozart“ war Zeitgenosse und Freund des österreichischen Komponisten, aber auch von Haydn und Gluck, kannte König Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Er war Geiger, Komponist, Dirigent und ebenso Fechter, Reiter und Athlet. Und er selbst, als Mann mit dunkler Hautfarbe, galt als unübersehbare Erscheinung in den Hauptstädten Europas. Davon erzählt der Roman des Niederländers Jan Jacobs Mulder, aus dem Schauspieler Matze Vogel Passagen liest.

Julia Huber und Miriam Altmann bringen als „Duo Fortepiano“ Auszüge aus Mozarts Sonate für Klavier und Violine in e-Moll, KV 304, ebenso zu Gehör wie Stücke von dessen musikalischen Zeitgenossen Joseph Myslivecek und Johann Schobert, sowie von Franz Schubert. Altmann genießt als eine der angesehensten Musikerinnen auf dem Hammerklavier über das Rhein-Main-Gebiet hinaus Wertschätzung. Julia Huber ist bekannt als Konzertmeisterin und Stimmführerin bei La Stagione Frankfurt. Ihr Auftritt bildet die zweite Klammer für einen unterhaltsamen Programmmittelteil, der von jungen Talenten und Pädagogen der Musikschule gestaltet wird.

Instrumente richtig säubern und lagern

Deren Leiterin Claudia Zinecker annonciert zunächst Fumi Yamashita (Violine) und Yao (Klavier) als „Eisbrecher für die Jüngeren“, bevor die beiden 14-jährigen Andi Stepanchuk und Timur Hökelekli aus der Klasse von Ioana Delioran den 1. Satz Allegro von Mozarts Sonate für Klavier zu vier Händen aufführen und mit starkem Applaus belohnt werden. Victoria Wondrak, mit elf Jahren eine der jüngsten Auftretenden und von Lehrerin Theresa Buschmann am Klavier begleitet, bietet zwei Lieder dar: „Das Kinderspiel“ und „Das Veilchen“. Ihr folgen Marie Heider, Yvonne Wolf und Carolin Beyer aus der Klasse von Angelika Schaffar-Kottmann mit dem 1. Satz Allegro der Sonatine für drei Violinen D-Dur, KV 439b. Simona Babic (14) besingt in „Der Zauberer“ adoleszentes Liebeserwachen, am Klavier überzeugen Anna Babic aus Jens Barniecks Klasse sowie Yasmine Boughardayan gemeinsam mit Yao Yao. Auch das aus Birgit Pfau, Maria Hirschmüller, Ekaterina Machulskaya und Katja Hungershöfer bestehende Streichquartett huldigt Mozart, während die elfjährige Letizia (Violine) ein Stück des norddeutschen Komponisten Hans Millies spielt. Laura Maria Stortz, Preisträgerin des Jugendmusikwettbewerbs 2018, stellt eine Eigenkomposition vor. Das Finale erweist sich als „ungewöhnlicher Hörgenuss“, so Claudia Zinecker. Mitglieder der Akkordeonklasse von Elena Majer bieten den 1. Satz Allegro aus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ dar und verabschieden sich damit von den Zuhörern.

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