Mit Aussicht aufs schnelle Geld gelockt

Offenbach - (mad) Wegen der verlockenden Aussicht aufs schnelle Geld durch Verkäufe via Internet und einer gehörigen Portion Gutgläubigkeit steckt ein 19-jähriger Offenbacher nun in der Schuldenfalle.

Der junge Mann ging einem Betrüger auf den Leim, den das Amtsgericht Offenbach jetzt zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilte.

Der 42-jährige Gas- und Wasserinstallateur aus Hannover war in Offenbach gelandet, weil er so einer mehrjährigen Haftstrafe wegen zahlreicher Betrügereien und Unterschlagungen entgehen wollte.

Den 19-jährigen Offenbacher sprach er in einem Handy-Laden an. Er gaukelte dem jungen Mann vor, er komme günstig an so genannte Kinderquads. Diese vierrädrigen Motorräder könne man dann mit Gewinn im Internet-Auktionshaus Ebay verkaufen. Der 19-jährige sollte aber alles über seinen Namen laufen lassen, weil er nur wenige Monate an der Sache verdienen wolle, um dann einen längeren Urlaub in Spanien zu machen, so der Betrüger. Der 19-Jährige könne dann das Geschäft alleine weiterführen.

Der Norddeutsche überzeugte den Offenbacher zunächst, ihm 5000 Euro in bar zu geben, um damit die Quads erwerben zu können. Tatsächlich kaufte der Mann dann auch zehn Fahrzeuge an, und es wurden die ersten zehn Kunden in Ebay damit bedient. Dadurch sollte wohl auch eine gute Ebay-Bewertung erreicht werden.

Schnell kauften weitere 50 Leute übers Internet Maschinen bei dem 19-Jährigen, der nach und nach binnen weniger Wochen rund 17 000 Euro aus den überwiesenen Kaufsummen an den Norddeutschen weitergab.

Dieser machte sich aber mit dem Geld aus dem Staub. An der polnischen Grenze wurde er vor der Ausreise festgenommen. Das Geld hatte er vermutlich zuvor noch in einer Grenzstadt auf sein Konto eingezahlt.

Der Angeklagte bestritt die Tat vehement

Vor Amtsrichter Manfred Beck und seinen Schöffen bestritt der 42-Jährige vehement, den Offenbacher betrogen zu haben. Er habe nie von diesem Bargeld erhalten. Vielmehr habe man immer zusammen die Quads in Frankfurt bei einem Großhändler gekauft. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei bei dem Großhändler ergaben aber, dass der 42jährige bei den Ankäufen alleine aufgetreten war.

Richter Beck hielt dem Angeklagten vor, der Offenbacher habe keine Veranlassung, falsch auszusagen. Denn er hatte an alle Käufer den Kaufpreis zurücküberwiesen. Dafür mussten die Eltern des 19-Jährigen extra ein Darlehen aufnehmen. Zudem ist der junge Mann völlig unbescholten, während der 42-Jährige schon einiges auf dem Kerbholz hat.

In seiner Urteilsbegründung wies Richter Manfred Beck den Angeklagten unter anderem darauf hin, dass er seinem 19-jährigen Kompagnon für mehrere Jahre eine schwere Bürde aufgelastet habe, weil dieser monatlich mehrere 100 Euro aufwenden muss, um das Darlehen an seine Eltern wieder zurückzuzahlen.

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