Auswerten in vier Schritten

Auszählen ist Teamarbeit

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Jeder Tisch mit vier Wahlhelfern ist für zwei bis drei Bezirke zuständig. 144 Ehrenamtliche helfen im Rathaus, am Sonntag waren sogar 680 Freiwillige in den Lokalen im Einsatz.

Offenbach - Betriebsamkeit im Rathaus ist Routine für Beate Kolodziejski, Leiterin der Abteilung Statistik: Die Auszählung ist bereits ihre 51. Ob bei der Europa-, der Seniorenbeirats- oder aktuell der Kommunalwahl, stets steht sie den Wahlhelfern zur Seite. Von Christian Wachter

144 sind es an diesem Tag. Für eine Aufwandsentschädigung von 36 Euro werten sie die „Veränderten Stimmzettel“ aus, bei denen Wähler nicht bloß ein Listenkreuz gesetzt, sondern kumuliert und panaschiert haben. Insgesamt haben von diesem System bei der Kommunalwahl 14.680 Menschen Gebrauch gemacht; die Zahl der Wähler, die nur bei einer Liste ihr Kreuz gemacht haben, ist mit 14.350 etwas niedriger. Generell, so Kolodziejski, gehe der Trend dahin, die Stimmhäufung und -verteilung stärker zu nutzen.

Jede der aus vier Personen bestehenden Gruppen ist zuständig für zwei bis drei Wahlbezirke. Die Aufgabenverteilung ist klar: Der Erste nimmt sich den Wahlzettel und sagt dem Zweiten, wie viele Stimmen jeder Kandidat hat. Dieser überträgt die Kreuzchen dann in das hessenweit eingesetzte Computerprogramm „PC-Wahl“. In dem lassen sich, wie auf den Wahlunterlagen auch, Kreuzchen bei den Listen und den Kandidaten setzen. Außerdem sind die Wahlregularien gespeichert. Ist also beispielsweise ein Zettel ungültig, weil jemand zu viele Stimmen verteilt hat, fällt das sofort auf. Der dritte Wahlhelfer überprüft die Eingabe des zweiten, während der vierte die Endkontrolle übernimmt und die laufende Nummer des Stimmzettels notiert.

Den Liveticker zur Kommunalwahl mit den vorläufigen Ergebnissen finden Sie hier

Ist so ein Wahlbezirk abgearbeitet, wird die Niederschrift ausgedruckt. Die muss mit der aus den Wahllokalen verglichen werden, etwa um zu sehen, ob die Zahl derer, die gewählt haben, auch mit den Zetteln im Rathaus übereinstimmt. Eine anspruchsvolle Aufgabe, für die es nicht einfach sei, genug Leute zu finden, verrät Kolodziejski. Hoch sei die Motivation dennoch: „Manche haben sich sogar extra Urlaub genommen; die Helfer müssen schließlich für eine zweistündige Schulung noch zusätzlich Zeit investieren.“ Es sehe gut aus, sagt Kolodziejski, dass sie bis zum Abend fertig würden. Mit einer Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses sei dann voraussichtlich bis Mittwoch zu rechnen.

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