Bei Autogas Hochburg

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Für Vielfahrer ist Umrüstung auf Flüssiggas eine Alternative: Nach 40.000 Kilometern beginnt das Sparen.

Offenbach ‐ Thorsten Möde ist momentan ein viel beschäftigter Mann. Er hat eine Menge Arbeit, so dass kaum Zeit für Essens- oder Gesprächspausen bleibt. Deswegen verweist er auch auf seinen Spezi und Geschäftspartner Klaus Hempen, wenn es um Fragen zum Thema Autogas geht. Von Niels Britsch

Die beiden Männer betreiben an der Ecke Waldstraße/Schreberstraße eine Fachwerkstatt für Autogas mitsamt Tankstelle. Thorsten Möde rüstet Kraftfahrzeuge auf den alternativen Antriebsstoff um und kann sich derzeit vor Aufträgen kaum retten.

„Immer wenn der Benzinpreis rapide steigt, entschließen sich viele Menschen, auf Autogas umzusteigen“, bestätigt Klaus Hempen den Boom beim Flüssiggas – auch bekannt als LPG (aus dem Englischen von Liquefied Petroleum Gas). Der Vorteil des alternativen Kraftstoffes: Er ist nicht nur erheblich günstiger (derzeit kostet der Liter etwa 75 Cent), sondern er schont auch die Umwelt.

Acht Ergebnisse in Offenbach

2006 gehörten Hempen und Möde zu den ersten Dienstleistern in Offenbach, die Umrüstung und Autogas anboten. Inzwischen schießen Tankstellen und -automaten mit Flüssiggas wie Pilze aus dem Boden.

„Früher musste ich noch 20 Kilometer fahren, um Gas tanken zu können“, erzählt Hempen. Heute haben Autogasfahrer – zumindest in den Ballungsräumen – solche Probleme nicht mehr: Wer im Internet nach Gastankstellen in Offenbach sucht, bekommt acht Ergebnisse angezeigt.

Gasgeben ohne Reue - das Video

Offenbach ist unter den südhessischen Großstädten sogar die Hochburg, denn die Stadt hat das dichteste Netz, was die Autogasversorgung angeht. Für Frankfurt zeigt das Internet zwar 20 Treffer an, allerdings haben sie auf der anderen Seite des Mains mehr als fünfmal so viel Einwohner und Frankfurt ist auch fünfmal so groß wie Offenbach. In Relation zur Bewohnerzahl und zur Stadtfläche ist Offenbach bei der Versorgung also absoluter Autogas-Spitzenreiter.

Pro 10.000 Kilometer bis zu 700 Euro sparen

Wer in Frankfurt Gas tanken möchte, muss im Zweifelsfall schon einige Tankstellen abklappern, um fündig zu werden. Noch schlechter sind die Kunden – zumindest bei der Netzsuche – in Darmstadt dran: Hier zeigt das Internet gerade einmal fünf Autoga-anbieter an.

Dabei lohnt sich der Wechsel von Benzin zu Gas, wie Klaus Hempen vorrechnet: „Der Einbau guter Autogasanlagen kostet zwischen 2300 und 2500 Euro. Nach etwa 40.000 Kilometern hat sich die Umrüstung bezahlt gemacht. Anschließend spart man pro 10.000 Kilometer ungefähr 500 bis 700 Euro.“ Ein gutes Geschäft für alle Vielfahrer, obwohl auch der Gaspreis im letzten halben Jahr ordentlich gestiegen ist: Im Sommer kostete der Liter noch durchschnittlich 65 Cent, nun sind bis zu 77 Cent fällig.

„Die Lieferanten begründen den Preisanstieg damit, dass viele Hausbesitzer auch mit Gas heizen“, erklärt Fachmann Hempen. Die Kunden können aber demnach hoffen, dass mit dem Ende des Winters das Gas auch wieder billiger wird.

Der Grund für den grundsätzlich günstigen Preis – unabhängig von der Jahreszeit: Wegen der guten Umweltbilanz ist Flüssiggas bis 2018 steuerfrei. Ähnlich übrigens wie das Erdgas, das gegenüber dem LPG jedoch einen Nachteil hat: „Erdgas ist schwerer und beeinträchtigt deswegen die Fahrleistung“, so Hempen.

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