Für jedes Auto einen Strich auf dem Zettel

Offenbach  ‐ Ein  Picknick am Morgen? So sieht’s zumindest aus. Die jungen Leute sitzen auf Campingstühlen. Sie trinken Kaffee aus der Thermoskanne, ein Schoko-Riegel ersetzt das Frühstück. Lauschig geht indes anders. Dazu ist’s zu kalt. Von Martin Kuhn

Und der Ort schreckt ebenfalls ab. Das Quartett, eingehüllt in dicke Anoraks und geschützt durch Mützen, sitzt an einer Offenbacher Kreuzung – und macht eifrig Striche. Die vier Mitarbeiter sind im Auftrag der Stadt unterwegs und zählen an diesem Morgen den Verkehr.

Eine solche Verkehrszählung erfolgt keinesfalls in einem festen Turnus. „Das wäre viel zu teuer“, sagt Astrid Tschann vom Referat Verkehrsplanung. Eine Datenerhebung ist in Offenbach stets projektgebunden – etwa für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Das heißt: „Neue Nutzungen ergeben neue Verkehre“, definiert es die Diplom-Ingenieurin. Solche Veränderungen gibt es in Offenbach einige – sei’s in neuen Baugebieten (An den Eichen, Bürgel-Ost), im ehemaligen Hafen-Gebiet oder auf dem ausgedünnten Allessa-Areal.

Für ihre Überlegungen und Planungen benötigen die Experten „gesicherte und aktuelle Werte“. Entscheidende Fragen für Astrid Tschann und ihre Kollegen sind dabei: Verträgt das Umfeld den zusätzlichen Verkehr? Und was für Maßnahmen sind zu ergreifen, um ihn verträglicher zu machen? Eine komplexe Materie. Schließlich verändert sich der Verkehr ständig – allein durch Baustellen, Umleitungen oder Veranstaltungen.

Rubriklistenbild: © S. Hainz / Pixelio

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