Bad-Baustelle in Bewegung

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Die Abbrucharbeiten im Schwimmbad auf der Rosenhöhe haben begonnen. Im März werden die vorgefertigten Bauteile für die Stahlwanne geliefert.

Offenbach ‐ Die blaue Haut ist in Streifen abgezogen. Sie liegt verschrumpelt in der Mitte, umgebenen von Schutt und Metallteilen. Von Matthias Dahmer

Am Rand beißt sich der Bagger in die einstige Überlaufrinne, nehmen Ingenieure nochmal Maß, und Dieter Levi-Wach ist zufrieden. Kann er auch sein. Denn trotz des Frostes ist die 1,2 Millionen Euro teure Sanierung des großen Beckens im Schwimmbad auf der Rosenhöhe „absolut im Zeitplan“, wie der Vorsitzende des Badbetreibers, des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC), versichert. Spätestens zum ersten Mai-Wochenende, wenn die Wasserballer ihr Traditionsturnier haben, so Levi-Wach, soll im Waldschwimmbad die Sommersaison beginnen. Nicht nur wegen des Winters fällt es dem Betrachter der derzeitigen Situation schwer, sich das vorzustellen.

Dennoch: Ein halbes Dutzend Firmen, überwiegend aus der Region, wie Levi-Wach betont, sind auf der Rosenhöhe beschäftigt. Für März ist das Einsetzen der Stahlwanne ins 50-Meter-Becken angepeilt. Sie wird scheibchenweise angeliefert, zehn zusammenzuschweißende Elemente, die jeweils fünf Meter in der Länge messen und in der Breite mit 25 Metern schon ans Becken angepasst sind.

Ausrollbare Abdeckung spart Energiekosten

Weil durch die wartungsarme Stahlhülle der Pool künftig etwas höher liegt, wird die bislang geflieste Umrandung nach außen hin leicht abgeschrägt und mit einem neuen rutschfesten Belag versehen. An der westlichen Stirnseite des Beckens, so die Planung, ist nach entsprechenden Betonarbeiten Platz für eine außerhalb der Öffnungszeiten ausrollbare Abdeckung der Wasserfläche. Das hält die Wärme im beheizten Nass und spart Energiekosten.

Sahnehäubchen des Umbaus: Kameras, die auf einer Längsseite in die Wand eingebaut sind. Die Unterwasser-Aufnahmen sollen den Schwimmern und Triathleten des EOSC eine Analyse ihrer Technik ermöglichen.

Nicht nur im und am Becken stehen Veränderungen an: Wie EOSC-Vize Michael Bald und Schwimm-Abteilungsleiter Michael Laufenberg berichten, hat das schon länger geplante Kassensystem Gestalt angenommen. Die zunächst angedachte Komplett-Verlegung des Bad-Zugangs in Richtung des derzeitigen Winter-Eingangs ist danach vom Tisch. Es soll bei der bisherigen Trennung bleiben, die allerdings durch ein Ticketsystem und eine computergestützte Mitgliederverwaltung aufgerüstet wird.

Ticket-Automat in Planung

Am Winter-Zugang ist zum Ende des Jahres der Einlass per Drehkreuz vorgesehen, langfristig ist dort auch ein Ticket-Automat geplant, und vielleicht könnte es der ganzjährige Zugang für mehr als 2.000 EOSC-Mitglieder werden. „Es gibt wohl kaum ein Schwimmbad, in dem der Eintritt so wenig geregelt ist, wie bei uns“, sagt Bald. Er erhofft sich durch mehr Kontrolle auch mehr Einnahmen.

Für die Mitglieder der Tennisabteilung, die unter dem Logo des TC Waldschwimmbad auf der ans Bad angrenzenden Anlage ihren weißen Sport betreiben, kann EOSC-Chef Levi-Wach ebenfalls Neuigkeiten verkünden: Der Vertrag mit einem neuen Pächter der TCW-Gaststätte ist perfekt. Brunhilde Dietz ist künftig für die Tennissportler da. Sie ist vom Fach, betreibt in Rodgau eine Firma für Schankanlagen und Kältetechnik. Bei der Pflege der Plätze, so Levi-Wach, setzt man auf eine Kooperation mit weiteren auf der Rosenhöhe angesiedelten Tennisclubs.

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