Der Bade- wird Kulturtempel

Offenbach - (mcr) Offenbachs Kulturmanager Ralph Philipp Ziegler verschafft der Muse neuen Raum mitten in der Stadt: Der „Lilitempel“, wie der Volksmund den 1798 errichteten Metzlerschen Badetempel an der Mainstraße nennt, wird Kulturtempel.

Und der Konferenzsaal der Städtischen Sparkasse an der Berliner Straße wandelt sich zum Kammerkonzertsaal. Diese besonderen Orte für einige Abende „der kulturellen Infrastruktur“ hinzufügen, sagt Ziegler, sei dank der Offenheit ihrer Herren möglich gewesen. Sparkassen-Vorsitzender Guido Braun habe ihm spontan nicht nur den Schlüssel zum Konferenzraum mit dem wunderbaren Ausblick, sondern auch finanzielle Unterstützung für die Kammermusikreihe versprochen. Und der Unternehmer Volker Hohmann, der den verfallenen Badetempel aufwändig saniert und mit einem Wohn- und Galerietrakt ergänzt hat, habe sein Kleinod großzügig freigegeben.

Ziegler packte diese Gelegenheiten beim Schopfe, um zwei exklusive Kulturreihen auf die Beine zu stellen. Exklusiv nicht alleine, weil der Tempel nur 32 und das Allerheiligste der Sparkasse maximal 60 Gästen Platz bietet. Für Andrang auf die Karten (jeweils ab vier Wochen vor der Veranstaltung im OF-Infocenter, Salzgässchen 1,  069 / 80652052) werden zweifellos auch die Protagonisten selbst sorgen.

In der Reihe „Ariadnes Fäden - Wege aus dem Labyrinth“ im Badetempel sind das am 18. Mai der Sänger, Sprecher und Instrumentalist Karsten Wolfewicz mit „Mittelalter ist heute“, am 6. Juli Professor Otto Krätz mit originalen Experimenten aus der naturwissenschaftlichen Forschung Goethes („Der Vulkan im Hause Goethe“), am 28. September Dr. Stefan Simon mit dem Vortrag „Die Plünderung der Zukunft?“ über illegalen Kunsthandel und Konservierungswissenschaft und am 14. Dezember Helmut Winkelmann mit einer Lesung aus Charles Dickens „A Christmas Carol“. Die Sparkassen-Reihe heißt „Senza Piano“ - weil mangels Platz weder Flügel noch Klavier durchs Gebäude transportiert werden können. Aber es geht auch ohne, und zwar hochkarätig. Beweisen werden das am 16. Juni das „Leopold Jansa Duo“ an Violine und Violoncello, am 26. Oktober das „Trio Askabé“ mit Oboe, Klarinette und Fagott und am 23. November das Streicheroktett der Kammermusikakademie der Fränkischen Musiktage.

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