Bäume fallen fürs Quartier 4.0

Offenbach: „Quartier 4.0“ – Rodung am Ostbahnhof beginnt 

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Aufgrund der Rodungsarbeiten auf dem künftigen Baugrund bleibt die Zufahrt „In der Kalkwiese“ gesperrt.

Lautes Kettensägendröhnen, dicht gefolgt vom Krächzen umstürzender Bäume unterbricht dieser Tage die sonst so einheitlich rauschende Lärmkulisse zwischen der S-Bahn-Station Offenbach-Ost und der Mühlheimer Straße. 

  • Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Offenbach soll gebaut werden. 
  • Das sogenannte Quartier 4.0 soll dort entstehen. 
  • Zuerst müssen jedoch Rodungsarbeiten stattfinden. 

Offenbach –Die seit Mitte der Woche erklingenden Geräusche verkünden, dass es auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs nun langsam ernst wird mit dem, was bereits seit vielen Jahren diskutiert, geplant und schon in naher Zukunft realisiert sein soll: Hier entsteht das sogenannte Quartier 4. 0.

Bevor jedoch die ersten Bagger und Planierraupen zu sehen sein werden, müssen zur Vorbereitung der Erschließung des beinahe neun Hektar umfassenden Geländes zunächst noch Rodungsarbeiten stattfinden. Diese sollen noch bis Ende des Monats andauern und umfassen, laut der ehemaligen Bahntochter Aurelis, die für die Projektentwicklung zuständig ist, etwa 4000 Quadratmeter. Als Kompensation für die gefällten Bäume wird das Unternehmen jedoch nach eigener Aussage 2550 Quadratmeter als Neuanlage in der Gemeinde Rimbach im Kreis Bergstraße aufforsten und für den restlichen Teil eine Walderhaltungsabgabe in Höhe von 30 000 Euro leisten.

Offenbach: Weichen für Entwicklungsfläche gestellt 

Mit Abschluss der Rodungsarbeiten sind dann schließlich die Weichen gestellt, um die nächste größere Entwicklungsfläche für Wohnen und Gewerbe in Angriff zu nehmen. Denn auf dem ehemaligen Güterbahnhofareal sollen neben rund 300 Wohnungen für etwa 600 Menschen ebenfalls Flächen für kleinteilige, technologiebetriebene und emissionsarm produzierende Unternehmen der – Menschen, Maschinen und Produkte vernetzenden – Industrie 4.0 bereitgestellt werden. Von deren Ansiedlung verspricht sich Aurelis bis zu 650 neue Arbeitsplätze.

Ab dem Frühjahr soll so ein durchmischtes Viertel, welches die Attraktivität des Offenbacher Ostens nicht nur als urbanen Wohnstandort, sondern ebenfalls als Standort für produzierendes Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe stärken soll, entstehen. Der Name Quartier 4.0 soll die moderne Verzahnung von Arbeit und Leben in einer sich entwickelnden Großstadt verdeutlichen und darüber hinaus auch dem Wandel eines ehemaligen Industrie- hin zu einem Dienstleistungsstandort Tribut zollen.

Offenbach: Gebäude entstehen auf neuer Fläche 

Aus Lärmschutzgründen entstehen die für Gewerbe vorgesehenen, drei- bis viergeschossigen Gebäude im Norden des Areals. Die vier- bis fünfgeschossigen Wohngebäude wiederum werden in der Mitte des Bebauungsgebiets errichtet und beinhalten teilweise Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Ein siebengeschossiges Quartierszentrum am Eingang des Geländes an der Unteren Grenzstraße ist ebenso vorgesehen wie ein Quartiersplatz vor der alten Güterhalle im Süden des Geländes.

Laut Projektentwickler sollen die Wohngebäude als erstes errichtet werden, sodass die ersten Bewohner bereits im Jahr 2023 einziehen können. Auch aus einem weiteren Grund ist die Erschließung des ehemaligen Bahngeländes für die Stadt von großer Bedeutung. Schließlich soll auf dem Areal das geplante neue Gymnasium entstehen, das dringend benötigt wird. Der Neubau wird 50 Millionen Euro kosten, soll bis 2024 fertiggestellt sein und an eine 1,5 Hektar große öffentliche Grünfläche, Spiel- und Bolzplatz inklusive, angrenzen.

VON JOEL SCHMIDT

Die Freien Wähler sprechen sich nun offiziell gegen den Bau von bis zu 600 Wohnungen in Waldhof-West (Offenbach) aus. Der Sinneswandel sorgt beim Koalitionspartner für Irritation.

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