Beethovenschule

Kahlschlag: 17 Bäume fallen am Mittwoch

Offenbach (mk) - Lautstarker Protest, persönliche Anfeindung, öffentliche Versammlung als finale Stufe sicher blankes Entsetzen: Der Kampf um die Erhaltung der Bäume an der Beethovenschule war facettenreich, letztlich jedoch vergeblich. 17 Bäume müssen fallen.

Die Arbeiten beginnen am morgigen Mittwoch und sollen bis zum Einschulungstag beendet sein.

Der bekannte Grund: Aufs Areal fielen im Zweiten Weltkrieg Fliegerbomben. Während der Arbeiten zum mehr als 20 Millionen Euro teuren Schulneubau wurden Blindgänger und Bombenreste gefunden. Um eine sogenannte Kampfmittelfreiheit zu garantieren, ist jedoch die gesamte Fläche und nicht allein die Baugrube zu untersuchen – und auf den letzten Flächen stehen Bäume. Problem: Deren Wurzelwerk ist dicht; Detektoren sprechen nicht zuverlässig an, da zudem Kriegsschutt verfüllt ist, der die Signale verfälscht.

Lesen Sie dazu auch:

Die Bäume müssen doch fallen

Initiative verzeichnet Etappensieg

Protest gegen Kahlschlag

Gemischte Gefühle

Stadt hält fest am Beethoven-Kahlschlag

Eltern verärgert

Kahlschlag auf dem Schulhof

Auch alternative Untersuchungsmethoden (Bohrlochdetektion), von der Initiative Beethovenschule vorgeschlagen, helfen nicht. Das stand am Ende eines gemeinsamen Ortstermins. Gefällt werden ab morgen 17 Bäume auf dem Grundstücksteil, der unmittelbar zum Schulgelände gehört. Ursprünglich sollten in diesem Teil gar 21 Bäume weg – eine Genehmigung liegt seit 14. Juni vor.

Das Fällen von vier Bäumen und einem Eibengehölz im Südosten des Areals zwischen Interimsschulhof und Schubertstraße wird vorerst zurückgestellt. Dort soll noch einmal geprüft werden, ob die Bodenverhältnisse an dieser Stelle eine zuverlässige Sondierung möglich machen. Es handelt sich um zwei ahornblättrige Platanen, eine Hainbuche, eine Schwedische Mehlbeere und ein Eibengehölz.

Die Bürgerinitiative darf das als ihren Erfolg verbuchen. Erst in der jüngsten Stadtverordnetensitzung hatte die Koalition per Dringlichkeitsantrag festgezurrt, dass der südliche, baumreiche Teil als Schulhof erhalten bleibt und nicht verkauft wird.

Rubriklistenbild: © Georg

Kommentare