Hohe Belastung mit Stickstoffdioxid

Bald Blitzer auf der Mainstraße?

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Regelmäßige Staus sorgen für schlechte Luft auf der Mainstraße. Wie die Situation verbessert werden, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Offenbach - Über das Ziel herrscht Einigkeit. Allein der Weg ist streitig. Am Beispiel der Mainstraße zeigte sich in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments, dass die Rezepte einer umweltverträglichen Verkehrspolitik unterschiedlicher nicht sein können. Von Matthias Dahmer 

Natürlich setzte sich am Ende die mit Stimmenmehrheit ausgestattete Koalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern durch. Was beschlossen beziehungsweise geprüft werden soll, dürfte den Autofahrern nicht gefallen: So muss die Verwaltung nun zwar auch ausloten, wie auf Mainstraße, Bieberer Straße und Unterer Grenzstraße, die sich durch besonders hohe Stickstoffdioxid-Belastung auszeichnen, der Verkehrsfluss optimiert werden kann. Zugleich sollen in den genannten Straßen insbesondere aber in der Mainstraße Richtung Westen möglicherweise stationäre Blitzer aufgestellt werden, um die gefahrenen Geschwindigkeiten zu reduzieren. Langfristiges Ziel sei, die Schadstoffbelastung zu vermindern ohne sie an einen anderen Ort zu verlagern, heißt es.

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Bruno Persichilli betonte die Notwendigkeit, die Raser zu stoppen. Besonders im Abschnitt zwischen Arthur-Zitscher- und Schloßstraße werde viel zu schnell gefahren. Die beabsichtigten Maßnahmen vor allem in der Mainstraße seien erforderlich, weil die Umsetzung des geltenden Luftreinhalteplans aufgrund richterlicher Vorgaben erst 2017 in Angriff genommen werden könne. So lange wolle man nicht warten, so Persichilli. In allen drei Straßen soll nach dem Parlamentsbeschluss zudem künftig regelmäßig die Geschwindigkeit kontrolliert werden. Für die CDU sind Blitzer indes der völlig falsche Weg. Das laufe nur auf eine Behinderung des motorisierten Individualverkehrs hinaus. Die Union legte letztlich erfolglos einen Änderungsantrag vor, wonach es darum gehe, auf den drei Straßen den Verkehrsfluss zu verbessern. Das sei zweifellos ein wichtiger Beitrag zu Schadstoffverminderung. Das Aufstellen von Blitzern sei bei Unfallschwerpunkten sinnvoll, um die es sich bei den in Rede stehenden Straßen aber nicht handele.

FDP-Fraktionschef Oliver Stirböck warnte davor, Einzelmaßnahmen zu Eindämmung der Feinstaubbelastung zu überhöhen. So zeige die eingeführte Umweltzone kaum Wirkung, vieles sei bei dem Thema leider „weiße Salbe“. Ein echte Entlastung für Bieberer Straße und Untere Grenzstraße würde nach Ansicht der Liberalen hingegen die im Masterplan vorgesehene Verbindungsstraße zwischen B448 und Mühlheimer Straße bringen. Für die Linken befand Markus Philippi, die Diskussion insbesondere um die Maßnahmen in der Mainstraße sei lediglich ein „Schaulaufen“ von Opposition und Koalition.

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