Bald 14 Feuerwehrleute mehr

Offenbach - Rund 32.000 Überstunden haben die derzeit 112 Beamten und die eine Beamtin der Offenbacher Berufsfeuerwehr in einem Jahr angehäuft. Bei unveränderter Besetzung wäre ein solcher Berg nie abzubauen, sondern würde immer weiter wachsen. Von Thomas Kirstein

Hinzu kommt, dass die Aufgaben zunehmen und ab 2018 eine Pensionierungswelle ansteht. Fazit und Konsequenz im jetzt vorgelegten „Brandschutzbedarfs- und Entwicklungsplan der Stadt Offenbach am Main 2011 - 2016“: Die Feuerwehr bekommt nach und nach vierzehn neue Stellen. So hat auf Vorlage des Katastrophen-Dezernenten Oberbürgermeister Horst Schneider der Magistrat beschlossen, teilweise rückgängig zu machen, was mit Beginn der Haushaltssanierung 1992 eingeleitet wurde.

28 Stellen hat die Berufsfeuerwehr bis 2008 verloren. Der Gedanke, der damals den Abbau rechtfertigte: Die drei Freiwilligen Feuerwehren Bieber, Rumpenheim und Waldheim werden stärker eingebunden. „Die Strukturen bei den Stadtteilen-Wehren haben sich aber geändert“, sagt Feuerwehr-Vizechef Dr. Michael Eiblmaier, der für den Brandschutzplan federführend ist.

Es gibt immer weniger freiwillige Einsatzkräfte, und die vorhandenen haben zunehmend Probleme, tagsüber von ihren Arbeitgebern freigestellt zu werden. So soll sich das unverzichtbare Engagement der rund hundert ausgebildeten Freiwilligen auf die Nachtstunden und die Wochenenden beschränken. Die 14 zusätzlichen ProfiBlauröcke werden den Feuerwehr-Etat um rund 700.000 Euro im Jahr mehr belasten. 2012 sind neun Millionen Euro für den Brandschutz vorgesehen.

Frauen erwünscht

Die Neuen beginnen für zwei Jahre als Auszubildende, acht neue Lehrstellen als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau werden eingerichtet. Voraussetzung für die Einstellung ist ein Berufsabschluss, vorzugsweise ein handwerklicher im Elektro-, Holz- oder Metallmetier. Körperliche Fitness ist selbstverständlich. Für alle Beamten - das derzeitige Durchschnittsalter ist relativ hoch - gibt es bereits ein professionell begleitetes verpflichtendes Fitness- und Gesundheitserhaltungs-Programm.

Mehr interessierte Frauen sind erwünscht, ein städtisches Programm läuft, das sie umwirbt. Ein „Nachtdienstzimmer mit Sanitäreinrichtungen für Feuerwehrbeamtinnen“ gehört zu den zusätzlichen Räumen, die 2015 über dem Werkstattgebäude der Wache an der Rhönstraße errichtet werden sollen. Jedes Jahr löscht die Berufsfeuerwehr rund (mit zunehmender Tendenz) 400 Brände, rückt 1500 Mal aus, um technische Hilfe zu leisten, und fährt 1700 Rettungsdiensteinsätze.

Laut Michael Eiblmaier ist die „Hilfsfrist“ von zehn Minuten nach der Alarmierung garantiert. Es rückt stets ein vollständiger Zug mit 15 im Fachjargon „Funktionen“ genannten Mann und einem Leiter aus. Für gegebenenfalls gleichzeitige kleinere Einsätze und die Besetzung von Sonderfahrzeugen müssen vier „Funktionen“ vorgehalten werden - abends, samstags und sonntags zur Hälfte von Freiwilligen. Brennt’s ein zweites Mal groß, müssen Wehren der Nachbarschaft, in der Regel die Frankfurter Berufskollegen, in Offenbach ran. „Ein drittes vollwertiges Team vorzuhalten, kann sich keiner leisten“, sagt Michael Eiblmaier. Auch nicht mit künftig 127 Stellen.

Rubriklistenbild: © Christoph Ehleben/pixelio.de

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