Big Band der Musikschule

Mit Jazz geht’s besser

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Generationen vereint in Sachen Swing: Die Jazz Big Band der Musikschule.

Offenbach - Am Anfang stand ein Saxofon-Quartett: Die Big Band der Offenbacher Musikschule mit ihrer bunt gemischten Besetzung gibt es seit 2010. Neulingen wird Zeit gegeben, sich einzuarbeiten. Von Klaus Ackermann 

Der Älteste zählt 73 Lenze und hat sein Blechblasinstrument verinnerlicht. Die Jüngste ist 13 Jahre und drückt akkurat die Klaviertasten. Bei der Offenbacher Jazz Big Band der Musikschule sind Generationen vereint in Sachen Swing. Seit 2010 gibt es dieses Jazzorchester in klassischer Besetzung, das sich schon in vielen Auftritten bewährt hat. Immer wieder auch beim Mainuferfest, bei dem die 17 Band-Mitglieder am Sonntag (29. Juni) ab 14 Uhr einmal mehr beweisen wollen, dass mit Jazz vieles besser geht.

Am Anfang stand das von Saxofon-Lehrer Simon Waldvogel gegründete Saxofon-Quartett, dessen Besetzung dann zum Grundstock der Big Band wurde. Denn die Offenbacher Musikschule erhebt den Anspruch, „instrumentale Fertigkeiten nicht nur zu lernen, sondern auch anzuwenden“, wie der mittlerweile zum Stellvertreter von Schulleiterin Claudia Zinecker avancierte Waldvogel erläutert. Auch das ebenfalls renommierte Streichorchester zählt zu diesen Zusatzangeboten.

Bunt gemischte Besetzung

Zwei „Börsianer“ und ein Ex-Bibliotheks-Chef – mittlerweile ist die Besetzung der Big Band bunt gemischt. Gestandene Senioren-Jazzer finden es klasse, mit jungen Leuten zu musizieren, und der Nachwuchs erfährt aus erster Hand viel über die swingende Spielart mit ihren improvisatorischen Freiräumen. Dass große Jazzer wie Duke Ellington, Count Basie oder Charly Parker zum musikalischen Bildungskanon gehören, ist für den klassisch studierten Saxofonisten Waldvogel, nach wie vor bei den großen Sinfonieorchestern stark nachgefragt, eine Selbstverständlichkeit.

Zwei bis drei Jahre Instrumentalunterricht sind Voraussetzung für Bandneulinge, die sich nicht nur aus der Musikschule rekrutieren, sondern auch gleichsam mit „Mund-zu Mund-Propaganda“ der Musikschul-Jazzer aufgespürt werden. Bandleader Waldvogel gibt ihnen viel Zeit, sich einzuarbeiten. Schließlich hat die Big Band bereits ein festes Repertoire von etwa 20 Titeln. Die Evergreens „Autumn Leaves“ oder „Fly Me To The Moon“ gehören ebenfalls dazu wie das Spiritual „Swing Low, Sweet Chariot“, der Glenn-Miller-Hit „Tuxedo Junction“ oder die anspruchsvolle Bebop-Nummer „Lullaby Of Birdland“. Neben anderem beim Mainuferfest zur erleben.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Die Arrangements stammen überwiegend aus den USA, wo die Big Bands noch immer Konjunktur haben. Das Notenmaterial wird in verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten. Der erfahrene Pädagoge Waldvogel entscheidet dann, was machbar ist. Freizügig ist er dagegen bei den Improvisationen, auch Chorusse genannt. „Wer sich berufen fühlt und gut drauf ist, kann sein Solo spielen“, so der Big Band Leader. Die sind neben den einprägsamen Melodien allemal das Salz in Jazzers Suppe. Geprobt wird übrigens jeweils dienstags von 19.15 bis 21.15 Uhr in der Offenbacher Musikschule im Ostpol (Hermann-Steinhäuser-Straße 43-47).

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