Weg von den Banken, hin zum Supermarkt

Offenbach - (sjm) Durch Raubüberfälle auf Supermärkte, Drogeriemärkte, Tankstellen, Postagenturen und sonstige Geschäfte entsteht jährlich ein enormer finanzieller Schaden, einer Gefahr ausgesetzt sind darüber hinaus auch Mitarbeiter und Kunden.

Was hat dazu geführt, dass die Zahl dieser Taten inzwischen ein alarmierendes Niveau erreicht hat? Von einer „Verschiebung“ spricht Günter Brandt, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK). So schrecke offensichtlich eine erhöhte Sicherheitstechnik in Banken oder z.B. auch an Kraftfahrzeugen immer mehr Täter von diesen Bereichen ab, sie suchten sich deshalb „ein Betätigungsfeld“ mit leichteren Opfern und geringerem Risiko. Wichtig sei es deshalb, so Brandt, den Kriminellen ihre Arbeit auch in den Geschäften zu erschweren. Es habe sich gezeigt, dass Videoüberwachung abschreckend wirke. Optimal sei auch ein an die Polizei angeschlossenes Notrufsystem. Hier seien die Unternehmen und Geschäftsinhaber gefragt. Leider scheuten viele aber immer noch wegen der Kosten für die Technik vor solchen Maßnahmen zurück.

Auch Silvio Zeizinger, Geschäftsführer des Hessischen Einzelhandelsverbandes Mitte-Süd  mit  Sitz  in Frankfurt,  spricht davon, dass bei der Prävention gegen Raubüberfälle die Unternehmen gefordert sind. Viele der großen Firmen sorgten dafür sowie für die entsprechende Aufklärung ihrer Mitarbeiter. „Schwarzes Schaf“ sei aber die Drogeriemarktkette Schlecker, hier seien Mitarbeiter meist auf sich selbst gestellt, rügt Zeizinger.

So berichtete jüngst auch die „WirtschaftsWoche“, Schlecker-Läden „gelten als die am häufigsten überfallenen des Einzelhandels“. Die Gründe: „Eine einzelne Angestellte hält oft über Stunden allein die Stellung.“ Zudem sitze sie meist mit dem Rücken zur Tür, so das Blatt. Nun wolle die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di einen Sicherheitstarifvertrag durchsetzen, hieß es weiter.

Offenbach (sjm) Berufsgenossenschaft, Polizei, und Organisationen bieten Rat und Hilfe zum Thema „Raubüberfall“ an. Hier eine Auswahl:

Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW), Verwaltungsstelle Bonn, Langwartweg 103–105, 53129 Bonn, Tel.: 0228/5406-0, Fax: 0228/ 5406-61500, E-Mail: bonn @bghw.de. Infos im Internet unter: http://www.bghw.de

Für interessierte Gewerbetreibende in der Region gibt es kostenlos Beratung, Anschauungsmaterial und Broschüren beim Polizeipräsidium Südosthessen, Polizeiliche Beratungsstelle „Polizeiladen“, Am Stadthof 16/17, 63065 Offenbach, Telefon 069/8098- 1230, Hotline: 0800-31 10  110, Fax: 069/80087903, E-mail: mail@ppsoh-polizeiladen.de

Grundsätzlich eine Anlaufstelle für Verbrechens-Opfer ist die Hilfsorganisation „Weißer Ring“, Infotelefon: 01803-34  34 34.

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