Barriere vorm Seniorenheim

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Für die Mauerers geht’s nicht weiter.

Offenbach - „Mitten im Leben“ wollten Marianne Mauerer und ihr Mann Franz im Alter sein. Deshalb zogen sie im September in das Seniorenwohnheim Domicil. Von Katharina Hempel

Das liegt in der Ludwigstraße, in fußläufiger Nähe zu Hauptbahnhof und Stadtzentrum - und damit „mitten im Leben“, wie die Pflegeresidenz wirbt.

Doch so weit kommen die 73-Jährige und der 72-Jährige wie viele andere Hausbewohner gar nicht. Hinter der Tür des Haupteingangs ist nach wenigen Schritten Schluss für Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Der Gehweg ist - parallel zur Straße - nur eine Armlänge breit gepflastert. Dahinter hören die Platten auf. Es beginnt ein bei Regen matschiger, bei Kälte gefrorener Schotterboden.

Aus Verzweiflung hat sich das Ehepaar an unsere Zeitung gewandt. „Ich habe mein Leben lang als Maurer gearbeitet und Kraft in den Armen“, erzählt der Rentner mit dem passenden Namen, „aber wenn ich mit meinem Rollstuhl von den Platten runterfahre, kann ich mich nicht mehr alleine zurückrollen. Das ist alles viel zu wacklig.“ Seine Frau, die noch gut zu Fuß unterwegs ist, kann ihm in dieser Notlage auch nicht weiterhelfen.

Bürgersteig nicht repariert

Solange der Bürgersteig nicht repariert wird, bleibt dem Ehepaar statt gemeinsamen Spaziergängen nur der Stehplausch vor der Türe. Das stört auch die Leitung des im Mai eröffneten Heims. „Die momentane Situation ist für uns und unsere Bewohner sehr, sehr unbefriedigend“, sagt Geschäftsführer Jochen Sting. Einrichtungsleiter Uwe Johannsen hatte auf die Zusage der Stadt, dass die ESO Ende November mit den Arbeiten beginnen werde.

Knapp zwei Wochen später hat sich jedoch immer noch nichts getan in der Ludwigstraße. ESO-Mitarbeiter Heinrich Dinkel: „Ich habe dem Investor von Domicil Anfang Mai ein Angebot zur Wiederherstellung des Gehwegs vor dem Seniorenheim gemacht, aber er hat sich sechs Monate Zeit gelassen, uns den Auftrag zu erteilen. Deswegen mussten wir umdisponieren.“ Sprich: Ohne Auftrag vom Domicil waren der ESO die Hände gebunden. Mittlerweile sind alle Aufträge und Genehmigungen erteilt. Sobald die Witterung es zulässt“, saniert die ESO den Gehweg vor dem Wohnheim.

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