Das T-Raum-Theater trotzt den Einschränkungen durch die Pandemie

Basar im Offenbacher Zimmertheater

Ob Cowboystiefel oder Kimono: Sarah Baumann und Frank Geisler verkaufen im T-Raum-Basar Requisiten.
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Ob Cowboystiefel oder Kimono: Sarah Baumann und Frank Geisler verkaufen im T-Raum-Basar Requisiten.

Corona strapaziert die Geduld von Freunden der Kultur – auch in Offenbach: Trotz eines vorbildlichen Hygienekonzeptes fiel die Veranstaltungsreihe „Kleiner Kultursalon“ im Capitol dem erneuten Lockdown zum Opfer. Damit verlor auch das Ensemble des T-Raum-Theaters auf vorerst unabsehbare Zeit seine Ausweichspielstätte – die Räume an der Wilhelmstraße durften seit dem Frühjahrslockdown nicht bespielt werden.

Offenbach - Wann das Licht wieder angehen kann, wissen Sarah Baumann und Frank Geisler nicht, die das Zimmertheater in den vergangenen 15 Jahren zu einer Offenbacher Institution aufgezogen haben. Aber sie bleiben stark und verschwenden keinen Gedanken daran, sich geschlagen zu geben – im Gegenteil: Aktuell gibt es einen Basar, bei dem T-Raum-Freunde in ausrangierten Kostümen und Requisiten herumstöbern können. Damit macht man nicht nur sich selbst eine kleine Freude oder findet vielleicht ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk, sondern kann dem T-Raum auch Unterstützung zuteil werden lassen. Am zweiten Adventssamstag öffnete der Basar zum ersten Mal seine Pforten.

Eine Cowboyjacke und Cowboystiefel, die von einer Schauspielerin in einem Woody Allen-Stück getragen wurden, der Kimono des „wunderbar leichten Mädchens“ oder auch Vorhänge, Schals oder Keksdosen: Allerhand Kurioses hat Sarah Baumann zusammengetragen. Für das treue Publikum ist es die Möglichkeit, wieder einmal die vertrauten Räume zu besuchen, und für Sarah Baumann, für den Neustart nach der Krise „auszumisten“. Für sie ist die Krise „eine Veränderung, keine Zerstörung“.

Zwischenzeitlich sei in der Stadt das Gerücht aufgetaucht, der T-Raum würde schließen – aber das stand zum Glück nie zur Debatte: „Wir rechnen zwar im nächsten Halbjahr nicht mit einer schnellen Öffnung, aber der t-raum und das Team bleiben“, versichert Sarah Baumann. Glücklicherweise haben sie und ihr Mann Frank Geisler viel Rückhalt erfahren, sodass die Existenz nicht auf der Kippe steht: Von der Stadt hat es kleine Zuwendungen gegeben, das Land hat einen Antrag auf finanzielle Hilfe bewilligt. „Aber auch unser Publikum ist einfach klasse“: Das Herz sei ihr aufgegangen bei all der Unterstützung. Dabei ging es nicht nur um finanzielles Zutun, sondern auch um Aufmunterung. Mit „Haltet durch! Wir brauchen euch!“ haben treue Zuschauer auch wohltuenden seelischen Beistand geleistet, von dem sich Sarah Baumann „überwältigt und berührt“ zeigt.

Für das Publikum soll gleich etwas bereitstehen, wenn das Ensemble wieder auf die Bühne kann. Seit Anfang November laufen die Proben für eine neue Produktion, die Baumann und Geisler coronakonform mit dem Schauspieler Dirk Wegmann inszenieren: Die beiden Schauspieler werden in die Rollen von Faust und Mephistopheles schlüpfen und den Goethe-Klassiker nur zu zweit neu interpretieren. Wann die Produktion Premiere feiern kann, ist noch offen: „Wir proben auf Halde“, erklärt Sarah Baumann.

Den Basar an der Wilhelmstraße 13 können Interessierte auch an den beiden nächsten Adventssonntagen jeweils von 13 bis 15 Uhr besuchen – allerdings nur nach Anmeldung unter Telefon 069 80108983 oder per E-Mail an info@of-t-raum.de.

Von Jan Schuba

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