Bastions-Pläne abgeflacht

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Der Schlosspark Rumpenheim ist ein Ort der Entspannung und der Ruhe. Und nach einigem politischem Lärm um Pflege- und Gestaltungskonzepte soll er das künftig noch viel mehr sein.

Offenbach - (mcr) Die große Lösung ist endgültig vom Tisch, die kleine noch nicht im Detail drauf: Nach langer und streckenweise leidenschaftlicher Diskussion um die Zukunft des Rumpenheimer Schlossparks und seiner Randerscheinungen hat das Stadtparlament in seiner Sitzung am Donnerstagabend aber zumindest die gestalterischen Eckpfosten eingerammt.

Die fallen weniger üppig aus als in der Projektbeschlussvorlage des Magistrats bisher formuliert. In einem ihrer seltenen gemeinsamen Anträge beschlossen die Ampelkoalitionäre und die CDU, dass der künftig als eine Art Raststätte für Spaziergänger und Radler gedachte Platz auf dem Maindamm östlich des Schlossparks weder „Bastion Mainblick“ heißen noch mit einer 90 Zentimeter hohen Plattform bebaut wird. Stattdessen soll der Magistrat einen neuen Namen vorschlagen und die Dimension der Erhöhung soweit reduzieren, „dass baurechtlich die Notwendigkeit von Geländern entfällt“.

Letztere wollen die Parlamentarier künftig dem gesamten dreieckigen Areal ersparen. Metallelemente kommen nur noch für die ebenfalls verlangten Fahrradständer und Bänke in Frage. Außerdem stehen eine Tafel, die über den Schlosspark und die jüngst angeschlossene Regionalparkroute informiert, und die Begrünung der Main-Böschung auf der Forderungsliste. Die Details sollen wiederum der Magistrat und die Dachgesellschaft Regionalpark Rhein-Main ausarbeiten.

Schon klar ist unterdessen, was die städtische Phantasie für den östlichen Parkeingang hergibt: Der ist momentan kaum mehr als eine Lücke im Zaun, wird nun aber ein Stückchen in die Sichtachse vom Monopterus zum Horizontwäldchen verschoben und mit Eingangssäulen aufgewertet. Die sollen den Passantenblick nicht nur auf den Park als „einmaliges Zeugnis der Gartenkultur“ lenken, sondern auch gleich integrierte Sitzgelegenheiten bieten. Dass die Säulen nun in Sandstein statt in Beton ausgeführt werden, ist ein Zugeständnis an die Wunschliste der Bürgerinitiative Rumpenheim, das der parlamentarische Bauausschuss nach einem Ortstermin gerne machte, obwohl die edlere Variante 10 000 Euro zusätzlich kostet.

Insgesamt sind für Eingang und Bastion bisher 155 000 Euro veranschlagt. Das Land und die Regionalpark-Gesellschaft übernehmen jeweils bis zu 35 000 Euro, den Rest die Stadt.

Gestalterische Zuneigung könnte auch dem Schlosspark selbst zukommen. Die rot-grün-gelbe Koalition drückte einem entsprechenden CDU-Vorstoß per Änderungsantrag ihren Stempel auf und fordert nun von der Verwaltung Auskunft darüber, was in der Anlage schon umgesetzt und was noch möglich ist. Der Bericht soll dem Umwelt- und Bauausschuss in dessen nächster Sitzung vorgelegt werden. Zugleich soll der Magistrat ein „artenschutzrechtliches Bestandsgutachten“ in Auftrag geben und - „nach angemessener Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Rumpenheim“ - eine Empfehlung abliefern, wie und nach welchen Prioritäten das Parkpflegewerk umgesetzt werden kann.

Die CDU hatte ihre Forderung nach einem aktuellen Pflegekonzept deutlich konkreter gefasst, den städtischen Eigenbetrieb ESO mit in die Pflicht genommen und auch schon einige „dringende“ Baustellen benannt. Dazu gehörten als Beispiele für die Sicherung oder Wiederherstellung historischer Park-Bestandteile die Anlegung eines Weges zur Zarenlinde und die Fertigstellung des Platanenhains. Grundsätzlich sinnvoll sei auch, die Bürgerinitiative und weitere Rumpenheimer einzubeziehen, weil „diese sich regelmäßig ehrenamtlich um den Zustand des Schlossparks kümmern“.

Offenbach (mcr) Das Stadtparlament hat einige Beschlüsse gefasst. Abgehakt:

ü Seit die „Käsmühle“ wieder eröffnet wurde, muss man auf der Dietesheimer Straße zwischen der Bundesstraßen-Brücke und der Abzweigung zum Ausflugslokal schon fest die Augen schließen, um auf der schmalen Fahrbahn gefährliche Begegnungen zwischen Fußgängern, Radlern und Autos übersehen zu können. Die Stadt wird der Gefahr auf Antrag der CDU ins Auge sehen und prüfen, wie die Situation zu entschärfen ist.

ü Es gibt Behinderte, die keine behindertengerechte Wohnung finden - und Vermieter, die vergeblich behinderte Mieter für ihre behindertenfreundlichen Wohnungen suchen. Auf Antrag der Koalition wird die Stadt versuchen, mit ihrer Internetseite eine Art Vermittlungsfunktion zu übernehmen.

ü Die Prioritätenliste für die Verwendung der 21 Millionen Euro, die die Stadt aus dem Hessischen Sonderinvestitionsprogramm für den Auf- und Umbau ihrer Schullandschaft bekommt, hat den Segen erhalten. Nutznießer sind zwölf Schulen; weitere könnten im Falle eines Nachschlags folgen. Im Parlament entbrannte zwischen Koalition und CDU erneut ein Streit um die Tatsache, dass Offenbach mehr Geld bekommen hätte, wenn das Land die schwierige Sozialstruktur berücksichtigt hätte.

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