IG BAU plädiert für neues Branchenmodell

Bauarbeitern droht Armut im Alter

Offenbach - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert, die aktuelle Rentendiskussion auch auf die Beschäftigten auszudehnen, die wegen körperlicher Belastungen krank aus ihrer Tätigkeit ausscheiden.

Altersarmut drohe neben Geringverdienern und Minijobbern vor allem denjenigen, die früh ihre Beschäftigung aufgeben müssten, weil sie sich regelrecht „kaputt gearbeitet“ hätten.

„Kaum ein Maurer, Dachdecker oder Gerüstbauer in Offenbach erreicht die reguläre Rentenaltersgrenze. Der körperliche Verschleiß im Beruf ist zu groß. Die meisten schaffen es nicht einmal, bis 60 Jahre zu arbeiten. Und dann droht der soziale Abstieg oder sogar Armut“, betont der Bezirksvorsitzende Günther Schmidt.

Die Anhebung des Rentenalters auf 67 verschlimmere die Situation deutlich. Für Schmidt steht fest, dass die Lücke zwischen unfreiwilligem Ausstieg und Altersrente überbrückt werden muss. Wer sein Leben lang hart gearbeitet habe, dürfe nicht kurz vor der Rente in Hartz IV stürzen. „Wir müssen darauf reagieren, dass die Arbeit auf dem Bau eine der körperlich härtesten ist.“

Als Brücke zum Renteneintritt plädiert er für ein neues Altersübergangsgeld für die Baubranche. „Dafür brauchen wir eine Kombination aus tarifvertraglichen und gesetzlichen Regeln. An einem solchen Modell muss sich der Staat finanziell beteiligen. Er sollte die Mittel einbringen, die dann bei den Hartz-IV-Leistungen für arbeitslose Bauarbeiter eingespart werden“, fordert Schmidt. Darüber müsse der Zugang zur Erwerbsminderungsrente erleichtert werden.

fel

Rubriklistenbild: © dpa

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