Baumpfad ergänzt Wetterpark

+
In jede Stele ist ein Peilrahmen eingeschnitten, so können Besucher den angesprochenen Baum leicht und schnell identifizieren.

Offenbach -  Schlechtes Wetter gibt es bekanntlich nicht. Nur schlechte Kleidung. Ähnlich sieht’s gestern Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Am späten Vormittag stöhnen nicht wenige über die schwül-warmen Temperaturen. Von Martin Kuhn

„Gute Bedingungen“, sagt der Meteorologe und konkretisiert auf den irritierten Blick des Gesprächspartners: „Für ein schönes Gewitter. “ Oh je. Dabei haben die Mitwirkenden – allen voran die Siedlergemeinschaft Tempelsee – sich gestern im Wetterpark so eine Mühe gegeben: herzhafte Flammkuchen und leckere Verführungen, lustige Flugsäckchen, alte Bauernregeln.

Bilder der Eröffnung der Regionalpark-Rundroute

Eröffnung der Regionalpark-Rundroute

Auf dem Buchhügel wird am Sonntag ein Teilstück der 190 Kilometer langen Regionalparkroute eröffnet. In Offenbach steigt eine von sechs zentralen Feiern, entlang der Schleife summieren sie sich mit kleineren Festivitäten auf etwa 60. Eine stolze Zahl. Dabei verkennen viele immer noch, welche Möglickeiten zur Erholung die Region bietet – auch hier in Offenbach. Denn der Wetterpark ist inzwischen ein Renner. Im vergangenen Jahr, so rechnet Gerhard Lux vor, besuchten etwa 30.000 Menschen die 2005 eröffnete Ausstellung über das Wetter und die Wetterbeobachtung auf dem Buchhügel. „Mit so einem Zuspruch haben wir nie gerechnet. Wir sind mit der Stadt positiv angetan.“

Robinie, japanischer Schnurbaum, Gleditschie...

An den Stationen geht man den unterschiedlichsten Phänomen auf den Grund: Gewitter, Luftdruck, Atmosphäre, Niederschlag, Wind, Sonne. Mitunter erlebt der Besucher das sogar hautnah. Einzig der permanente und penetrante Landeanflug stört. Aber das ist ein ganz anderes Thema... Standort des Parks ist bekanntlich das alte Areal des städtischen Anzuchtgartens. Dort wurden einst Bäume und Pflanzen für Offenbachs Parks, Plätze und Straßen gezogen und gehegt. Die heute erkennbare Anordnung der Bäume verweist noch auf diese frühere Nutzung und mit 37 Arten wachsen im Wetterpark ungewöhnlich viele unterschiedliche Bäume. Neben Neupflanzungen haben unter anderem Platanen einen neuen Standort gefunden. Sie mussten in den Jahren 1989 und 1990 dem Bau der S-Bahn weichen.

Auf zwölf Stelen werden Bäume wie Robinie, japanischer Schnurbaum, Gleditschie oder Urweltmammutbaum vorgestellt. In jede Stele ist ein Peilrahmen geschnitten, so können Besucher den Baum an der Form zuordnen. Clou: Durch den Rahmen blickt man direkt auf den jeweiligen Baum. Der Zusammenhang mit dem Thema Wetter und Klima ist dadurch gegeben, „dass Bäume einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima leisten“, so DWD-Sprecher Lux. Allein durch ihre Verdunstungskälte wirken sie einer Überhitzung des Straßenraums entgegen. Ein Punkt, der unter anderem bei der geplanten Neugestaltung des Stadthofs eine Rolle spielen könnte.

„Offenes, nicht statisches System“

Alle sind angetan von der neuen Station. Es dürfte nicht die letzte sein, betrachten die Beteiligten den Wetterpark doch als „offenes, nicht statisches System“. Es klingt herrlich unkonkret, verdichtet sich jedoch etwas später zum Thema „Wetterballon“. Wie diese Station aussehen könnte und bei der notorischen Finanznot der Stadtkasse zu bezahlen ist, bleibt gestern unbeantwortet. Dabei haben die Verantwortlichen noch ganz andere Pläne: Bei steigender Attraktivität des Offenbacher Wetterparks werden die Forderungen nach einem Besucherzentrum lauter. Aktuell ist das das wohl auf einer etwas längeren Liste zu vermerken. Titel: wünschenswert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare