Einsatzkräfte sind verärgert

Baustellen erschweren Lebensrettung

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Bauleuchte

Offenbach - Die zahlreichen Baustellen in der Stadt stellen nicht nur Autofahrer vor eine Geduldsprobe, sie bereiten vor allem den Rettungsdiensten Kopfzerbrechen. Von Fabian El Cheikh

Wer in diesen Tagen auf lebensrettende Maßnahmen angewiesen ist, muss im ungünstigsten Fall etwas länger auf Sanitäter oder Notarzt warten. Aufgrund der teils zeitgleich erfolgenden Arbeiten an zentralen Verkehrsknoten in Offenbach, müssen die Ambulanzen von Deutschem Roten Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Malteser sowie die Einsatzkräfte der Feuerwehren alternative Wege zum Ziel suchen. Und das fast täglich aufs Neue, wie etwa der Geschäftsführer des ASB Mittelhessen, Ulrich Müller, beklagt: „Wir haben zwar die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort zu sein, im Moment kann die schwierige Situation auf den Straßen aber durchaus dazu führen, dass sich die Hilfsfrist ein Stück weit verlängert.“ Hinzu komme der Ärger einiger Kunden, denen Essen auf Rädern nicht immer pünktlich geliefert werden könne.

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Besonders hart hat es das DRK am Spessartring getroffen. „Aufgrund der Baustelle an der Kreuzung Waldstraße kam es zu so langen Rückstaus, dass wir zeitweise gar nicht mehr aus unserer Ausfahrt herauskamen“, berichtet der stellvertretende Rettungsdienstleiter Michael Tänzler. Leitplanken an der Strecke machten es Autofahrern zudem fast unmöglich, auf der übrig gebliebenen Fahrspur noch Platz zu machen für die Rettungsfahrzeuge. „Hinzu kommt, dass die Ausweichstrecke über den Starkenburgring verengt oder gesperrt ist.“ Auch der Kreisgeschäftsführer Doru Somesan kritisiert: „Dass Straßen instandgesetzt werden müssen, ist ohne Zweifel notwendig. Aber gleich auch noch Parallelstraßen und Ausweichstrecken unpassierbar zu machen, können wir nicht nachvollziehen.“

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Laut leitendem Branddirektor Uwe Sauer konnte auch die Feuerwehr etwa die Waldstraße durch den Wegfall mehrerer Fahrstreifen und Rückstaus nicht mehr gut erreichen. Normalerweise ist es der Leitstelle möglich, die Ampeln vom Spessart- bis zum Taunusring zu steuern, um bei Einsatzfahrten durch Grünschaltungen diese Rückstaus schnell abfließen zu lassen und so für freie Bahn zu sorgen. „Doch dieses System ist durch die Behelfsampeln an den Baustellen nicht nutzbar. Wir müssen uns derzeit irgendwie durchkämpfen.“

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