Baustellen in Offenbach

Die Nerven liegen blank

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Offenbach - Angesichts der derzeit zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet liegen die Nerven von Autofahrern und Anwohnern blank. Die einen stehen in schier endlosen Staus, die anderen klagen über Schleichverkehr vor ihrer Haustür. Von Matthias Dahmer

Vorläufiger Höhepunkt des Ärgers: Die Situation am Dienstag an der Kreuzung Sprendlinger Landstraße/Taunusring, wo derzeit Sanierungsarbeiten laufen. Die Ampeln sind aus, niemand regelt den Verkehr, es gilt das Recht des Stärkeren. Rainer Buck von der Straßenverkehrsbehörde erklärt, wie es dazu kam: Am Dienstag sei ein neuer Abschnitt der etappenweisen Sanierung begonnen worden. Für die neue Verkehrführung mussten die Ampeln ausgeschaltet werden. Geplant war, dass die Stadtpolizei in dieser Zeit den Verkehr am Knotenpunkt regelt, der zu den am meisten befahrenen der Stadt zählt. „Doch die hatten keine Leute“, sagt Buck. Die Landespolizei sei angefragt worden, ob sie aushelfen könne, erklärt Frank Weber vom Ordnungsamt. Deren Antwort: Die Polizei sehe sich nicht in der Lage, bei personellen Engpässen der Stadtpolizei einzuspringen.

Beschwerden zum Straßenverkehr können Bürger im Rathaus loswerden unter der Nummer 069/8065-2405 oder -2713.

Unabhängig von diesem aktuellen Nadelöhr werden die kleineren Straßen entlang des chronisch verstopften Rings zunehmend als Ausweichpisten genutzt. Ulrike Rehwinkel aus der Weikertsblochstraße kann davon ein Lied singen. Sie wohnt im Abschnitt zwischen Sprendlinger und Frühlingsaustraße, wo im Berufsverkehr fast nichts mehr geht. Hupende Fahrer, die sich mit ihren Autos gegenüberstehen, Wortgefechte, Rangeleien und Kratzer an den geparkten Fahrzeugen gehören für sie und ihre Nachbarn zum Alltag. „Hinzu kommt, dass das da ein Schulweg ist und es besonders für die Grundschüler der Beethovenschule immer gefährlicher wird“, klagt Ulrike Rehwinkel.

Eine Lösung, räumt sie ein, sei wohl schwierig. Aber warum keine Einbahnstraße? Nur von einem hält die Anwohnerin gar nichts: Wegfall von dringend benötigten Parkplätzen zugunsten des Verkehrsflusses. Mit ihren Beschwerden fand Rehwinkel bei Ordnungsamt und Polizei bislang kein offenes Ohr. Das Amt habe ihr mitgeteilt, sie möge doch bitte die Situation schriftlich schildern. Und bei der Polizei habe man sich für nicht zuständig erklärt. Um die Raser geht es einem Anwohner der Humboldtstraße. Diese und die umliegenden Straßen, alles Tempo-30-Zonen, würden im Berufsverkehr täglich zu Rennstrecken – und die Stadt sehe tatenlos zu.

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Jens Teschner vom Ordnungsamt hält dagegen: Tempokontrollen, etwa an der Beethovenstraße, hätten keine Auffälligkeiten ergeben. Was die Weikertsblochstraße angeht, macht er indes wenig Hoffnung: Man könne höchstens Ausweichzonen schaffen, was aber Parkplätze koste. Rainer Buck erteilt unterdessen einer Einbahnstraßenregelung eine klare Absage: Das führe erfahrungsgemäß dazu, dass schneller gefahren werde, und die umliegenden Straßen würden zusätzlich belastet.

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

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