Wichtige Verkehrsadern dicht

Baustellen-Alarm: „Das ist ziemlich chaotisch“

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Lange Staus im Berufsverkehr: Bis hinters Ringcenter staute es sich gestern Nachmittag auf dem Odenwaldring. Der Grund sind Fahrbahnsperrungen an der Kreuzung Waldstraße. Die dort begonnene Straßensanierung dauert etwa fünf Wochen. Linksabbiegen an der Kreuzung ist derzeit von keiner Richtung aus möglich.

Offenbach - Die Sommerferien gehen in die letzte Runde, die Straßen beginnen sich wieder mit zurückgekehrten Urlaubern zu füllen – und wichtige Verkehrsadern in der Stadt sind dicht: Angesichts einer Vielzahl von Baustellen kommen Bauarbeiter derzeit im Auftrag von ESO, EVO und Hessen Mobil ordentlich ins Schwitzen. Von Fabian El Cheikh

Eigentlich ganz im Sinne der Autofahrer und ihrer Vehikel, wenn Schlaglöcher oder Brückenschäden dauerhaft beseitigt werden. Unvermeidliche Staus indes bremsen die Freude über die Sanierungen.

Seit Anfang dieser Woche ist ein neuer zentraler Knotenpunkt im Offenbacher Süden zur Großbaustelle geworden: die Kreuzung Waldstraße / Odenwaldring / Spessartring. Kaum gingen die Arbeiter ans Werk, kaum waren Abbiegespuren gesperrt, begann auch schon die große Verwirrung: „Wie komme ich zum Ringcenter?“, wird auf unserer Facebook-Seite gefragt. „Welche Umwege muss ich in Kauf nehmen?“

Trotz umfangreicher Vorab-Information Rätsel

Nicht nur Autofahrer stehen trotz umfangreicher Vorab-Information der zuständigen Stellen vor einigen Rätseln, auch Busfahrer: Bei manch einem scheint noch nicht so ganz angekommen zu sein, wo sich welche Ersatzhaltestelle befindet. Ein Fahrgast berichtet: „Am Dienstag fuhr der 101er stadtauswärts noch die angekündigte Umleitungsstrecke über die Senefelderstraße zum Odenwaldring und von dort in die Waldstraße in Richtung Stadthalle.“ Gestern dann ging’s einen anderen Weg entlang: „Der Bus fuhr von der Senefelderstraße nicht mehr auf den Odenwaldring, sondern weiter am Ringcenter vorbei und direkt bis zur Eberhard-von-Rochow-Straße.“ Die (verlegte) Haltestelle „Offenbach-Post“ wurde wider alle Planung gar nicht erst angesteuert. „Das ist ärgerlich für Patienten, die das Ärztezentrum an der Rowentastraße aufsuchen wollen. Ich kann ja wenigstens noch zurücklaufen.“

Weder laufen noch stehen können zwei ältere Damen, die sich nach einer Cortisonbehandlung nur mit Gehhilfen fortbewegen können. Sie ärgern sich, dass an den Ersatzhaltestellen Sonnenschutz und Sitzmöglichkeiten fehlen. In die Knie gebeugt, moniert eine der Damen die fehlende Voraussicht der Verkehrsplaner: „Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, für die Dauer der Bauarbeiten mehrere Sitzmöglichkeiten an den Busstopps aufzustellen. Für andere Dinge hat die Stadt doch genug Geld übrig.“

Stadt ist nur indirekt zuständig

Die Stadt indes ist nur indirekt zuständig. Die Haltestellen pflegt und betreut die Werbefirma Ströer, die nur im Auftrag tätig wird. Christine Wüst-Rocktäschel, Sprecherin der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB), zerschlägt etwaige Hoffnungen: „Wir haben wenig Möglichkeiten bei provisorischen Haltestellen, zumal eine dort abgestellte Bank gerne mal den Weg in einen privaten Garten findet.“

Dass der eine oder andere Bus nicht ganz die vorgegebene Umleitung nimmt, wollen die OVB indes nicht hinnehmen. Man sei für jeden Hinweis (Tel.: 80058-805) dankbar, um die Busfahrer zu sensibilisieren. „Insgesamt registrieren wir schon vermehrten Beratungsbedarf in diesen Tagen.“ Auch ihre Kollegen seien wie viele Autofahrer froh, wenn die Arbeiten irgendwann mal abgeschlossen seien: „Im Moment muss fast jede Linie Umwege fahren, das ist ziemlich chaotisch.“

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