Tiefe Grube neben Kita

Bauzaun macht Eltern Angst

+
Dem Sturm hielt der Zaun zwischen Kindertagesstätte 10 und Baugrube nicht stand. Kinder sollten nicht in Gefahr gewesen sein. Die Leitung des Eigenbetriebs für die Tagesstätten hatte angeordnet, dass die Betreuung an den beiden vergangenen Tage ausschließlich im Gebäude stattzufinden hatte.

Offenbach - Die Eltern der städtischen Kindertagesstätte 10 in Bieber-West sind seit vergangenem Herbst sehr besorgt: Ihrer Ansicht nach ist die Grenze zu einer benachbarten tiefen Baugrube ungenügend abgesichert. Jetzt hat der Sturm auch den Bauzaun umgedrückt. Von Thomas Kirstein

Marika Graf vom Elternbeirat der Betreuungseinrichtung an der Erich-Ollenhauer-Straße bittet um Einfluss nahme auf die Stadt: Es müsse etwas getan werden gegen die „Missstände, die durch die Baustelle neben der Kindertagesstätte entstanden sind“. Konkret geht es ihr um eine bessere Sicherung. Nebenan bereitet die FBW Projektbau die Errichtung ihres Wohnparks Bieber vor – 55 Eigentumswohnungen in vier Gebäuden. Die ausgehobene Grube grenzt direkt ans Kita-Gelände, von dem ein Teil an den Investor verkauft worden war. Hinter dem geht es nahezu unmittelbar fünf Meter in die Tiefe. Der ursprüngliche Zaun ist entfernt und durch ein Provisorium ersetzt worden.

Das reicht den Eltern nicht, sie glauben, dass sich die Abtrennung ohne weiteres hochheben und wegdrücken lasse: „Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wenn Kinder beim Nachlaufen spielen dagegen geschubst werden.“ Interventionen beim Baudezernat und bei der Leitung des Jugendamts seien ergebnislos geblieben, klagt die engagierte Mutter. Im Offenbacher Rathaus, so ihr Eindruck, bestehe offenbar die Meinung, der Bauzaun sei ausreichend sicher, eine von den Eltern geforderte Pufferzone überflüssig.

Das war in der Tat bislang so. Stadtsprecher Fabian El-Cheikh betonte, dass solche Provisorien unter normalen Umständen als ausreichend stabil gälten, da die einzelnen Elemente miteinander verbunden seien. Nun hat es die Installation am Montag aber umgepustet. „Der Sturm war eine Ausnahmesituation“, sagt El-Cheikh. Segler wissen, welcher Druck ab bestimmten Windstärke auf dem Tuch lastet.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach Teil 1

Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten hatte die entsprechenden Prognosen aber nicht untätig registriert und hingenommen,was sich tun sollte. Laut dem Stadt-Sprecher erging rechtzeitig die klare Anweisung an alle Leitungen der kommunalen Einrichtungen, Kinder nicht im Freien spielen zu lassen. Die Betreuung hatte gestern und vorgestern unbedingt im Gebäude stattzufinden.

Die Stadt werde aber die regelmäßig überwachte Sicherheit noch einmal aktuell prüfen lassen, versicherte El-Cheikh. Da werde auch der zuständige Kita-Dezernent Peter Schneider (Grüne) ein Auge darauf haben. Der Bürgermeister hadert ohnehin seit November mit der Firma FBW Projektbau. Die hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil ihre Aushubarbeiten Wurzeln auf dem Kindergartengelände derart beschädigten, dass die Standsicherheit von vier großen Bäumen gefährdet war. Deren Astwerk musste radikal gekappt werden. Peter Schneider, auch städtischer Umweltdezernent, reagierte damals ausgesprochen sauer: „Ein solch skrupelloses Handeln dulden wir in Offenbach nicht.“

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach (Teil 2)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare