Nach 39 Jahren

Bebauung der Industriebrache Waldstraße / Odenwaldring greifbar

Mehrere tausend Autofahrer passieren täglich die Kreuzung Waldstraße / Odenwaldring. Dass die heutige Brache ehemals Teil einer großen Maschinenfabrik gewesen ist, dürften nur die wenigsten wissen. Nun gibt es die „historische Chance“ für eine neue Nutzung (oben). -  Foto: stm, Visualisierung: Auinger & Partner
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Mehrere tausend Autofahrer passieren täglich die Kreuzung Waldstraße / Odenwaldring. Dass die heutige Brache ehemals Teil einer großen Maschinenfabrik gewesen ist, dürften nur die wenigsten wissen.

Offenbach -  An der Ecke Odenwaldring / Waldstraße wurde ein Kapitel Industriegeschichte geschrieben. Nach dem Aus von MSO in den 1970er Jahren blieb ein Leerstand, später eine Brache, die allenfalls zirzensischen Unternehmen als Auftrittsort diente.

Nun besteht offenbar die Chance, das Areal einer neuen Nutzung zuzuführen. In den sprichwörtlich „trockenen Tüchern“ ist es noch nicht. Aber es darf wohl als gute Möglichkeit bezeichnet werden, was die Stadt gestern meldet. Magistrat und Stadtparlament haben beschlossen, für das ehemalige Industriegelände Ecke Waldstraße/Odenwaldring „eine Option auf dessen Erwerb“ an eine Projektgesellschaft des Investors Auinger & Partner aus Würzburg zu verkaufen.

Die Stadt hatte das Gelände 1979 gekauft. Angesichts dieses zeitlichen Hintergrunds sieht Oberbürgermeister Felix Schwenke im Verkauf der Option eine „historische Chance“ auf die Entwicklung dieser Brache. Die Firma Auinger & Partner ist seit 32 Jahren in Würzburg ansässig und auf Gewerbeliegenschaften und gemischt genutzte Objekte spezialisiert. Auinger & Partner sei etwa maßgeblich an der Entwicklung des Würzburger-Dienstleistungszentrums „Schweinfurter Straße“ beteiligt gewesen.

Nun gibt es die „historische Chance“ für eine neue Nutzung.

Das Unternehmen habe sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Gelände beschäftigt und der Stadt ein Nutzungskonzept bestehend aus Büroflächen, Parkhaus und einem Hotel vorgestellt. Das „städtebaulich hochwertige Konzept“ sieht den Bau von drei Gebäuden vor, die ein „markantes Ensemble“ darstellen sollen. Am Odenwaldring ist ein achtgeschossiges Gebäude geplant an das sich entlang der Waldstraße zwei jeweils sechsgeschossige Gebäude anschließen.

Dazu Oberbürgermeister Schwenke: „Es war mir wichtig, an dieser Stelle auch einen bürogewerblichen Nutzungsanteil zu haben und eine städtebaulich ansprechende Architektur zu realisieren. Daher hat uns das Konzept des Investors überzeugt. Die Firma legt nicht nur Wert auf Städtebau und Architektur, sondern sie glaubt auch an den Standort und ist deshalb bereit, in die kostenintensive Detailplanung einzusteigen und Geld für die Reservierung des Grundstücks zu zahlen.“

Bilder: An diesen 15 Stellen wird in Offenbach geblitzt 

Bilder zu den stationären Blitzern in Offenbach
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Bernd Auinger sagt: „Wir sehen für ein Projekt an dieser Stelle ein sehr großes Potenzial. Daher werden wir unsere Planungen nun weiter ausarbeiten und mit möglichen Nutzern diskutieren um dann schnellstmöglich mit den Baumaßnahmen zu starten.“ Wenn Auinger & Partner damit Erfolg haben, werden sie das Grundstück auch endgültig kaufen. „Es liegt also noch Arbeit vor dem Investor und uns, aber nach 39 Jahren ist für das Grundstück zumindest eine Chance eröffnet worden“, freut sich der Verwaltungschef über den ersten Schritt.

Dass sich auf dem Grundstück etwas tut, deutete sich vor fünf Jahren an. Seinerzeit wurde das gut einen Hektar große Grundstück auf Kampfmittel und Altlasten untersucht. Das Ergebnis hat der künftigen Nutzung zumindest nicht größer geschadet: Die Untersuchungen ergaben „kein K.o.-Kriterium für eine Bebauung“. Kosten für die Bodenuntersuchung: gut 35.000 Euro; das Land förderte das Projekt zu 90 Prozent. (mk)

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