Pausenhof der Beethovenschule: Verdächtiger Beton

+
Zementierte Trennung, die dem Parlamentsbeschluss entgegen läuft? „Wenn das Teilstück B ebenfalls als Pausenhof genutzt wird, wäre die Trennung absolut überflüssig und störend“, sagt die Initiative.

Offenbach - Der Pausenhof der Beethovenschule ist eine unendliche Geschichte. Dabei ist der Beschluss der Stadtverordneten eindeutig. Und über diesen setzt sich die Verwaltung, an der Spitze Oberbürgermeister Horst Schneider, auch nicht hinweg – allen Anschuldigungen zum Trotz.

Der Initiative Beethovenschule indes sieht neuerlich Versuche, „die der Nutzung des Gesamtgeländes als Schulhof entgegen laufen“. Heute, 20 Uhr, will die Initiative im Mehrgenerationenwohnhaus (Weikertsblochstraße) darüber sprechen.

Zur Erinnerung die Schulhofgeschichte im Musikantenviertel: Schulneubau, Bombenfund, Baumfällung, Bürgerprotest, Verkaufsgerüchte um einen Großteil des Schulhofs. Dem Widerstand beugt sich die Lokalpolitik und beschließt: „Die südwestliche Teilfläche des aus dem Schulhof (...) ausparzellierten Teilgebietes wird (...) in einfachster Form verkehrssicher hergerichtet und für die Schulgemeinde und, durch deutliche gestalterische Abgrenzungen, auch dem Quartier zugänglich gemacht.“

Tiefes Misstrauen

Dennoch herrscht tiefes Misstrauen. Im Rathaus heißt es bereits hinter vorgehaltener Hand: „Egal, was wir machen, der reine Sachverhalt wird durch die Initiative nie anerkannt.“ Die jüngste Mitteilung engagierter Bürger aus dem Offenbacher Süden ist überschrieben mit: „Neuer Zaun an der Beethovenschule zementiert Trennung, Informationspolitik der Stadt noch immer nicht bürgernah.“

Aktueller Aufhänger: An der Beethovenschule wird ein Zaun errichtet (dazu Grafik der Initiative). Sprecher Günther Eufinger: „Offensichtlich soll so die Herrichtung des Teilstücks A als Pausenhof vorbereitet werden, was wir begrüßen.“ Äußerst fragwürdig sei jedoch, dass massive Betonfundamente eingesetzt würden und kein provisorischer Bauzaun. „Es werden Fakten geschaffen, die einer Nutzung des Gesamtgeländes als Schulhof entgegen laufen“, so Eufinger.

Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg

Dem widerspricht Matthias Trümner-Friese, persönlicher Referent des OB. Nach seinen Worten ist der aufgestellte Zaun Teil des Vertrags mit Bauträger Hochtief. „Für einen provisorischen Bauzaun hätte die Stadt Miete zahlen müssen.“ Der gekennzeichnete Geländeteil A sei frei von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg, der Rasen mittlerweile eingesät. Er geht davon aus, dass diese Fläche ab September den Schulkindern als zusätzlicher Pausenhof bereit steht. Und Teil B? „Dort ist Kampfmittelfreiheit noch nicht nachgewiesen. Ansonsten bereitet die Verwaltung einen Bericht vor, was mit den Finanzmitteln auf dem Gelände umzusetzen ist. Der wird dem Stadtparlament vorgelegt.“

Der Initiative Beethovenschule reicht das nicht. „Auf unsere Frage, warum dazu Betonfundamente verwendet wurden, blieb die Antwort aus“, heißt es. Die Mitglieder erkennen in den Maßnahmen und der damit verbundene Informationspolitik erneut „ein trauriges Beispiel dafür, wie Interessen der Bürger eben nicht beachtet werden. Bürgernähe geht anders!“

Prognose: Die Stadt steht im Musikantenviertel weiter unter Beobachtung...

mk

Kommentare