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Protest, der Wirkung zeigte: Stadt und Beethoven-Initiative wollen einen Schlussstrich unters Thema Schulhof setzen.

Offenbach - Ein wenig aufatmen können die Aktivisten der Initiative Beethovenschule. Von Fabian El Cheikh

20 Kinder, Eltern und Anwohner nutzten die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, noch in diesem Jahr den gesamten Pausenhof für die Grundschüler zugänglich zu machen. Die Chancen hierfür stehen gut.

Hintergrund: Das südliche Teilgrundstück mit einer Fläche von 4500 Quadratmetern ist abgesperrt und liegt seit den Bauarbeiten für das neue Gebäude und die anschließende Kampfmittelräumung auf dem Pausenhof brach. Hermann Gaffga und die Elternbeiratsvorsitzende Ricarda Laps erinnerten bei der Bürgerfragestunde am Montag daran, dass die Stadtverordneten im Juni 2012 einstimmig beschlossen hatten, das Teilgrundstück wieder als Pausenhof herzurichten. „Bislang waren aber im städtischen Haushalt keine Mittel vorgesehen.“

Oberbürgermeister Horst Schneider überraschte die Protestler nun mit der Auskunft, dass im Haushalt deswegen keine Mittel vorgesehen seien, weil die Stadt sich mit Hochtief dahingehend geeinigt habe, dass das Unternehmen die Fläche wieder in den vorbaulichen, einfachen Zustand zurückführt und dem übrigen Schulhof zuschlägt – die sogenannte Nullvariante, wie es die Initiative in einem Schreiben darstellt. Schneider sicherte zu, dass der größte Teil der Fläche wohl nach den Sommerferien wieder als Pausenfläche genutzt werden kann. Im Detail sieht die Lösung wie folgt aus: Obwohl der größte Bereich des südlichen Teilgrundstücks bereits kampfmittelfrei ist, sollen dort nochmals 20 Zentimeter Boden ausgetauscht werden. „Der sachgerechte Austausch muss von der Oberen Bodenschutzbehörde attestiert werden.“ Anschließend soll Rasen eingesät werden. Der westliche, kleinere Teil ist noch nicht als kampfmittelfrei erklärt worden. Dort müssen noch Untersuchungen angestrengt werden.

Die Initiative und die Stadtverordnetenfraktion der Grünen fordern, für die Beauftragung dieser Arbeiten ebenfalls im Sinne des Beschlusses vom vergangenen Sommer die notwendigen Mittel schon jetzt im Haushalt zu berücksichtigen. „Die Gelder müssen in die Investitionsliste fürs Jahr 2013 aufgenommen werden“, so die Grünen-Stadtverordnete Sabine Grasmück-Werner.

Darüber hinaus wünschen sich Grüne und Initiative, dass die Ergebnisse der Planungswerkstatt des städtischen Bauamtes und der Schulgemeinde bei der Gestaltung der Flächen letztlich doch berücksichtigt werden. Die Stadt muss sparen, schließt aber eine etwas bessere als die Nullvariante nicht völlig aus. „Wir haben die Beteiligten für Montag eingeladen, um ihnen die Planungen und Alternativen vorzustellen“, sagt Stadtsprecher Matthias Müller.

Die Schulgemeinde favorisiert eine Herrichtung mit Holzhäcksel und einfachsten Spielgeräten, was nicht mehr als 160.000 Euro kosten soll. Als Kompensation schlagen die Grünen eine deckungsgleiche Reduzierung bei der Sanierung und Modernisierung städtischer Gewerbeobjekte im Jahr 2013 vor.

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