Mit Sack und Pack nach nebenan

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Die Bilder sind von der Wand genommen, die Fächer leergeräumt. Die Klasse 4c von Rita Grindl ist bereit für den Umzug. Ab Dienstag (dazu Tafel) nimmt die Beethovenschule ihr neues Gebäude in Beschlag. Vorher mussten jedoch etliche Kartons gepackt und zum Transport vorbereitet werden.

Offenbach - Die Aufbruchstimmung in den dreigeschossigen Containeranlagen war deutlich zu spüren. Bereits seit Donnerstag saßen die Beethovenschüler auf gepackten Kisten. Von Jenny Bieniek

Nach anderthalb Jahren Bauzeit und viel Ärger über gefällte Bäume und nicht unerhebliche Mehrkosten kann der Neubau der Beethovenschule nun endlich bezogen werden. „Wir sind perfekt im Zeitplan“, freut sich Schulleiter Konrad Ertinger. Seit Montag hatten er und sein Kollegium nach Unterrichtsschluss hunderte Umzugskartons gepackt, seit gestern werden diese von einer Firma nach nebenan transportiert. Für die Schüler bedeutet das ein langes Wochenende. Wegen des XXL-Umzugs fiel der Unterricht gestern aus, am Montag ist ebenfalls schulfrei.

„Im Moment wird pausenlos gearbeitet und geschoben. Die Umzugsfirma ist fleißig dabei, alles rüber zu schaffen, und ständig fragt jemand, wo was hin soll“, so Ertinger. Am Donnerstag ging die Bauabnahme mit Vertretern von Hochtief und Kommunalverwaltung über die Bühne, gestern fand die offizielle Übergabe statt.

Hochtief ist für den Betrieb der Immobilie verantwortlich. Instandhaltung, Hausmeisterdienste, Außenanlagen und Energieversorgung laufen künftig unter der Regie der Firma. Der ÖPP-Vertrag (Öffentlich-Private Partnerschaft) läuft über 22 Jahre.

Am Montag wollen die Kolleginnen mit dem Einrichten ihrer Klassenräume beginnen. Bis die Fachschaftsräume soweit sind, wird es noch etwas dauern. Ebenfalls am Montag werden im Interimsquartier Wasser und Strom abgeklemmt, danach folgt der sukzessive Rückbau.

„Das wird etwa zwei Wochen dauern“, schätzt Hochtief-Mitarbeiter Benjamin Huth. Erst dann werden die 120 Container, die Hochtief der Stadt für die Zeit der Baumarbeiten kostenpflichtig zur Verfügung gestellt hatte, abtransportiert.

Die Klasse 4c freut sich schon auf das neue, großzügige Gebäude. Die Containerlandschaft ist dann endlich passé. „In den Containern war es eng und heiß. Wenn die Klasse über uns den Raum verlassen hat, klang das immer wie ein Erdbeben“, erzählen Berivsan, Hana und Lennox.

Grüne Schultafeln wird es im Neubau nicht mehr geben. Stattdessen erwarten die Schüler interaktive Whiteboards, die mit einem Computer vernetzt sind. Die Enge und schlechte Akustik des Interimsquartiers wird auch Klassenlehrerin Rita Grindl nicht vermissen. „Aber wir hatten uns eigentlich gut arrangiert und schöne anderthalb Jahre dort“, lautet ihr Resümee.

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