Beethovenschule: Für Schüler und Anwohner

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Protest der Initiative Beethovenschule.

Offenbach - Die Grünen haben beim Pausenhof der Beethovenschule ihre Muskeln spielen lassen: Kurz vor der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstagabend, so war zu hören, übten sie Druck aus. Von Matthias Dahmer

Sie drohten in einer Koalitionsrunde damit, dem Haushalt ihre Zustimmung zu verweigern, wenn nicht auch der bislang strittige Teil der südlichen Grundstücksfläche der Schule zugänglich gemacht wird. So musste sich Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD), der mit Blick auf RP-Auflagen dieses südwestliche, zirka 2340 Quadratmeter große Teilstück gern versilbern würde, über seine einknickenden Genossen ärgern, die ihre Unterschrift unter einen Koalitionsantrag setzten, den die Grünen diktiert hatten.

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Beschlossene Sache ist: Die gesamte südliche Fläche, die derzeit noch durch einen Bauzaun vom restlichen Schulhof getrennt ist, steht künftig „in einfachster Herrichtung“ den Schülern zur Verfügung, der südöstliche Teil komplett, der südwestliche Teil auch den Anwohnern, wobei dies durch „deutliche gestalterische Abgrenzungen“ kenntlich gemacht werden soll. Maximal 100 000 Euro, die an anderer Stelle im Haushalt abgeknapst werden, will die Stadt für die Herrichtung des südwestlichen Teils ausgeben, der in ihrem Eigentum bleibt. Darin ist die Entfernung möglicher Brandbomben im Erdreich enthalten.

Die Initiative Beethovenschule ist skeptisch: Hermann Gaffga und Günther Eufinger befürchten, die Stadt könne das Areal, auf dem etwa 20 Wohnungen möglich sind, später doch verhökern. Auf die vergleichsweise große Pausenhof-Fläche angesprochen, welche die Beethovenschule derzeit schon hat, weist Eufinger darauf hin, Platz sei für Kinder kein Luxus. Zudem sei im Zuge der Ganztagsschule eine bauliche Erweiterung geplant. „Der Oberbürgemeister spielt auf Zeit und hofft, dass unser Widerstand einschläft. Das haben wir nicht vor“, so Gaffga.

Horst Schneider dürfte sich am Donnerstagabend nicht als Zeitspieler gefühlt haben. Eher als Unverstandener. Nachdem ihm CDU und Grüne angesichts seiner Verkaufsabsichten vorgeworfen hatten, „unehrlich“ beziehungsweise „undemokratisch“ zu handeln, sah er sich genötigt, in die Bütt zu steigen. Wobei er sich sein ihm kraft Hessischer Gemeindeordnung zustehendes Rederecht bei CDU-Parlamentschefin Sieglinde Nöller hart erkämpfen musste. Er setze den Beschluss vom Sommer 2012 um und verstoße schon mit der Übergabe des südöstlichen Teils an die Schule gegen die Haushaltsauflagen des RP, wonach fürs Schulbauprogramm Vermögen zu veräußern sei. „Es gibt keinen pädagogischen, städtebaulichen und finanzpolitischen Grund, das südwestliche Teilstück der Schule einzuverleiben“, so Schneider. Die Diskussion um den Pausenhof werfe beispielhaft die grundsätzliche Frage auf: „Haben wir eine Linie – oder knicken wir jedesmal bei Einzelinteressen ein?“

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