Beethovenschule mit Spielplatz-Anschluss

Offenbach - (mcr) Die marode Beethovenschule muss die Freude über ihren künftigen Neubau vielleicht doch nicht mit dem Verlust eines großen Teils ihres jetzigen Schulhofs bezahlen.

Für die belastbare Hoffnung, dass es statt einem der städtischen Geldnot geschuldeten Entweder-Oder doch noch ein Sowohl-als-auch geben kann, ist es zwar zu früh. Allein: Der Offenbacher Grünen-Kreisverband glaubt, dass der zur Finanzierung des Schulneubaus gedachte Verkauf des Pausenhof-Abschnitts vermeidbar ist.

Die Alternative, für die Parteichef Wolfgang Malik am Montag bei den eigenen Vorstandskollegen, dann bei den Mitgliedern und schließlich bei der Grünen-Fraktion im Stadtparlament werben wird: Statt das wertvolle Grundstück wie bisher gedacht einem Wohnungsbauinvestor zu überlassen und viele altehrwürdige Bäume samt Rahmengrün zu fällen, soll die Stadt dort einen öffentlichen Spielplatz mit Schulanschluss bauen, von dem alle Kinder im Wohnquartier etwas haben.

Die neue Beethovenschule könnte nach Maliks Vorstellung zwar nicht direkt aus dem mit 20  Millionen Euro gefüllten Topf des Investitionsprogramms von Bund und Land bezahlt werden. Aber er sehe die Möglichkeit, die Finanzierung mittels „Umschichtung frei werdender Mittel“ zu finanzieren oder aus dem „Verkauf besser geeigneter Grundstücke, die einen weitaus höheren Erlös ermöglichen. Wie etwa das städtische Grundstück der abrissreifen Jahnhalle mit seinen rund 10 000 Quadratmetern.“

Malik: „Im betroffenen Wohnviertel gibt es laut Spielplatzrahmenplan der Stadt einen deutlichen Mangel an öffentlichen Spielplätzen. Insbesondere für Kinder ab sechs Jahren fehlt ein geeignetes Angebot fast völlig, was dazu führt, dass derzeit die Kinder des Stadtteils am Nachmittag auf dem geöffneten Schulhof spielen.“

Der Grünen-Fraktionschef Peter Schneider hat durchaus Gegenliebe für die Idee, die er in die Stadtverordnetenversammlung tragen soll und zuvor erstmal den Koalitionspartnern SPD und FDP schmackhaft machen müsste. Für die Grünen, ob nun in Partei oder Fraktion, war es ohnehin eine dicke Kröte, die sie hatten schlucken müssen, als es in Koalitionsgesprächen um den Teilverkauf des Schulgeländes und das Todesurteil für teils 100 Jahre alte Bäume gegangen war. Jetzt, da eine Alternative denkbar sei, „muss, wer A gesagt hat, nicht zwangsläufig auch B sagen, sondern entscheiden können, dass B falsch war“.

Schon vor einem Jahr, erinnert Fraktionsgeschäftsführer Edmund Flößer, hatten die Grünen ihre Bedenken zu Protokoll gegeben. Aber da habe es noch kein Investitionspaket gegeben. „Wir werden“, kündigt Schneider an, „dieses Thema mit unseren Koalitionspartnern intensiv beraten.“

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