Befristet gesetzloser Zustand

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Gnädig verhüllt das Weiß Pflastersteine und Markierungen. Der Schnee sorgte gestern für Park-Anarchie auf dem Wilhelmsplatz, die Autofahrer stellten ihre Fahrzeuge so ab, wie sie es seit Jahren gewohnt waren.

Offenbach ‐ Die Verwirrung bei Autofahrern und Stadtverwaltung währte nur über das Wochenende: Auf dem Randstreifen entlang der Kastanien auf der Westseite des Wilhelmplatzes wird künftig das Parken nicht mehr erlaubt sein. Von Matthias Dahmer

Die Regelung greift aber erst nach Ende der Umbauarbeiten, stellte Stadtsprecher Matthias Müller gestern klar. Die zwecks Optik mit größeren Pflastersteinen bestückte Fläche ist seinen Angaben zufolge als Übergang vom Platz zur demnächst ebenfalls neu gestalteten Straße zu sehen. Sie sei als Areal gedacht, auf dem etwa die Wilhelmsplatz-Wirte im Sommer ihre Tische aufstellen können.

Bis der Umbau fertig ist, will man im Rathaus aber auf eine besondere Parkregelung verzichten. Das Aufstellen von Pollern oder Verbotsschildern, meinte Matthias Müller, würden sich für diesen kurzen Zeitraum nicht lohnen.

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Dem befristeten gesetzlosen Zustand will man auch im Ordnungsamt Rechnung tragen. „In diesem Übergangsstadium werden Autofahrer, die dort parken, nicht aufgeschrieben. Das ist die Maßgabe an die Stadtpolizei und an die privaten Überwacher“, wurde gestern das am Freitag abgegeben Versprechen bekräftigt. Und noch einmal beteuert, dass es ein einziger, etwas zu eifriger Hipo gewesen sei, der dort in der vergangenen Woche aufgeschrieben habe. Grundsätzlich ergehe an die Knöllchen verteilenden Außendienstler die Anweisung, „nicht mit Scheuklappen durch die Gegend zu laufen“. Im Übrigen dürften Unklarheiten bei einer Parksituation nicht zu Lasten des Verkehrsteilnehmers gehen, hieß es.

Die Wilhelmsplatz-Parker werden die Worte mit Wohlwollen vernehmen. Sie scherten sich gestern angesichts der weißen Pracht ohnehin wenig um die graue Theorie. Auf dem schneebedeckten Platz, der gnädig jegliches Pflaster verhüllte, standen sie so, wie sie in den vergangenen Jahren immer gestanden haben. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut das bei Schnee klappt“, sagte Matthias Müller.

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