Auch ans Grün ist gedacht

Offenbach - Hafen 2, Hochschule für Gestaltung, Hellas-Vereinsheim, neues Quartierszentrum, Mietwohnungen direkt am Main: Geht es um die Entwicklung des Hafengeländes von der Industriebrache zum neuen Stadtviertel, so ist bislang vor allem von den Bauten die Rede, die dort verschwinden oder neu entstehen sollen. Von Matthias Dahmer

Gestern lenken die Hafenentwickler den Blick aufs Unbebaute im Allgemeinen und aufs baldige Grün im Besonderen. 113. 000 Quadratmeter und damit ungefähr die Hälfte des gesamten Areals zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Hafenspitze, zwischen Nordring und Main soll Freifläche sein. Vier öffentlich zugängliche Parks unterschiedlicher Größe laden zum Verweilen ein. Dazu kommen insgesamt 2,6 Kilometer Wege, welche direkt am Wasser entlang führen.

Bereits für 400. 000 Euro angelegt und so etwas wie ein zwischen der Baustelle im Osten und noch zu erschließender Brache im Westen eingeklemmtes Referenzobjekt in Sachen künftiges Grün ist der „Obere Molenpark“. Daniela Matha, Geschäftsführerin der Mainviertel GmbH und unermüdliche Hafen-Visionärin, nennt ihn die erste „fertig gebaute Realität“ im neuen Stadtteil. Er soll nicht zuletzt Werbung für das Viertel sein und mit seiner Qualität deutlich machen, dass man diese auch von künftigen Investoren erwarte, so Matha.

Bepflanzt sind die Flächen mit Bäumen

Der 3 200 Quadratmeter große Park verbindet in sanfter Wölbung den Main mit dem Hafenbecken und liegt auf einer Linie mit der Taunusstraße. An seiner Nordseite grenzt der Park an den Fluss, getrennt nur durch den Uferweg. Der führt künftig einen Kilometer direkt am Main entlang, zusammen mit der Promenade am Hafenbecken eine ideale Strecke zum Spazierengehen oder Joggen. „Wir haben darauf geachtet, dass alle Zugänge zum Wasser ebenso öffentlich zugänglich sind wie die Parks“, sagt Daniela Matha. Im Oberen Molenpark erwartet den Besucher eine Grünfläche, die von sogenannten Gabionen durchzogen ist. Dabei handelt es sich um zu niedrigen Mauern aufgeschichtete Basaltsteine, die durch ein Drahtgeflecht zusammengehalten werden. Bepflanzt sind die Flächen mit Bäumen der Scharlachkirsche und Sträuchern der Felsenbirne, wie Projektsteuerer Bernd Monath erläutert.

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Zur Nordseite des Hafenbeckens hin fallen drei mit Gräsern und Stauden bepflanzte Becken ins Auge. Als eine Art Biotop sollen sie Regenwasser auf natürliche Weise durch Versickerung reinigen, bevor es kaskadenförmig als Frischwasser ins Hafenbecken fließt. Begrenzt wird die Park-Südseite vom „Sonnenweg“, der Promenade entlang des Hafenbeckens bis zur Hafentreppe, die Ende des Jahres fertig sein soll und das Viertel prägen wird.

3 000 Quadratmeter große Grünfläche

Wo ein „Oberer Molenpark“ ist, muss es auch einen „Unteren“ geben. Die 3 000 Quadratmeter große Grünfläche wird im zweiten Bauabschnitt parallel zum bereits fertiggestellten Park weiter westlich in Höhe der Ludwigstraße entstehen. Auch er verbindet Main und Hafenbecken. Der dritte und rund 10.000 Quadratmeter große Park – Arbeitstitel: An den Dünen – soll an der Inselspitze angelegt werden. Die vierte grüne Lunge, die 8 000 Quadratmeter umfassenden „Maingärten“, sind am südlichen Hafenbecken geplant. Sie erstrecken sich von Höhe Taunus- bis Ludwigstraße und grenzen den künftigen Neubau der Hochschule für Gestaltung vom Becken ab.

Dass der Neubau kommt, obwohl bisher nicht mehr als eine Absichtserklärung des Landes vorliegt, daran zweifelt Matha nicht. Es gebe keine gegenteiligen Signale aus Wiesbaden, sagt sie.

Ausgemachte Sache ist, dass der Kulturschuppen Hafen 2 bis Jahresende sein Domizil räumt, das einer Grundschule weicht. Mit dem weiter westlich geplanten Neubau wird Ende Mai begonnen, berichtet Hafen-Projektleiter Ulrich Lemke.

Rubriklistenbild: © Paul-Georg Meister / pixelio.ode

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