Beim Abwasser ist’s mit der einfachen Formel vorbei

Offenbach (mad) ‐ Lange war sie angekündigt, jetzt ist sie da: Vom 1.  Januar an - der Gesetzgeber hat Druck gemacht - gilt auch in Offenbach eine neue Abwassergebühr. Ihr Herzstück ist die getrennte Berechnung von Schmutz- und Regenwasser.

Zur Zeit ist die Formel noch einfach: Frischwasser = Abwasser. Das heißt, alle Kosten für die Entsorgung des Schmutzwassers und die Ableitung des auf Grundstücken anfallenden Regenwassers werden einheitlich abgerechnet. Ab 2010 wird das anders. Es gilt das Verursacherprinzip: Für die Einleitung von Schmutzwasser ist zwar weiterhin die Frischwassermenge maßgeblich, die wie bisher vom Wasserzähler erfasst wird. Doch beim Regenwasser zählen künftig die auf den einzelnen Grundstücken vorhandenen und an die Kanalisation angeschlossenen überbauten und versiegelten Flächen.

Nicht für jeden wird es teurer

Wird's dadurch nun teurer oder billiger? Kommt darauf an. Wer viel versiegelte Fläche sein Eigen nennt und eher wenig Trinkwasser verbraucht - Einkaufsmärkte mit große Parkplätzen etwa - für den steigen die Gebühren. Fürs typische Einfamilienhaus mit wasserdurchlässigem Grün drumherum bringt die Neuregelung keine oder nur wenig Veränderung.

Grundlage der gesplitteten Gebühr sind Größe und Beschaffenheit des jeweiligen Grundstücks. Einen ersten Überblick hat sich der ESO bereits Anfang des Jahres verschafft. Mit Hilfe von Luftbildaufnahmen wurden die Parzellen grob einsortiert. Bis Ende des Jahres ist auch die Befragung aller Grundstückseigentümer abgeschlossen, die dann noch die notwendigen Details zur richtigen Berechnung der ab 1.  Januar geltenden Gebühr liefern sollen. Änderungen auf ihren Arealen können Eigentümer dem ESO auch noch nachträglich melden - sofern die betreffenden Flächen vor dem 1. Januar 2010 entsiegelt wurden.

18,5 Millionen Euro an Gebühren werden bis 2014 benötigt

Bis 2014, haben Wirtschaftsprüfer für den ESO errechnet, werden zur Kostendeckung beim Abwasser pro Jahr 18,5 Millionen Euro an Gebühren benötigt. Bei der Aufteilung in 60 Prozent Schmutz- und 40 Prozent Niederschlagswasser sowie unter Zugrundelegung von Verbrauch und versiegelter Fläche kommt man auf eine jährliche Gebühr von 1,97 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 87 Cent pro Quadratmeter versiegelte Fläche. Offenbach nimmt dabei in einem Städtevergleich einen Mittelplatz ein.

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