Spielhallen-Mitarbeiter eineinhalb Jahre ins Gefängnis

Beim Arbeitgeber eingebrochen

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Offenbach - Weil er bei seinem Arbeitgeber eingebrochen und dabei mehrere tausend Euro erbeutet hatte, verurteilte das Offenbacher Schöffengericht einen Spielhallen-Mitarbeiter zu eineinhalb Jahren Gefängnis.

Zugleich bot der Prozess unter Vorsitz von Richter Manfred Beck einen kleinen Einblick in die Branche. Der 23 Jahre alte Angeklagte war im März 2013 in die Räume des Freizeitcenters in Offenbach eingestiegen, wobei er zusätzlich Sachschaden von mehreren tausend Euro verursachte. Obwohl die Überwachungskameras zur Tatzeit nicht funktionierten, fiel der Verdacht des Chefs letztlich doch auf den Angeklagten; der Inhaber, der beim Täter Insiderwissen vermutete, hatte sich ältere Videoaufnahmen anschaut und feststellt, dass der 23-Jährige nachts die Spielhalle mehrfach unberechtigt betreten hatte.

Als der Chef den jungen Mann damit konfrontierte, gestand der die Tat. Zugleich gab er aber an, von einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes dazu gezwungen worden zu sein. Diesem habe er einmal 50 Euro geliehen zum Spielen an den Automaten. Als er diese zurückgefordert habe, habe der Mann von ihm verlangt, bei seinem Arbeitgeber einzubrechen und Geld zu besorgen. Vor Gericht widerrief der Angeklagte dann aber diese Behauptung. Er habe sie aus Zorn auf den Sicherheitsmann erfunden, der ihm tatsächlich 50 Euro geschuldet, ihn aber wegen der Rückzahlung immer wieder vertröstet habe. Da er selbst unter Bewährung gestanden habe, habe er sich gedacht, dass er seinen Kopf nur retten könne, wenn er angebe, dass er zur Tat gezwungen worden sei, so der angeklagte 23-Jährige.

Täter war einschlägig Vorgestraft

Nach seiner Haftentlassung wegen Diebstahls – er hatte etwa zweieinhalb Jahre abgesessen – sei er froh gewesen, bei der Spielhalle Arbeit gefunden zu haben. Ihm habe das Geld aber nie gereicht, weil er gern selbst an den Automaten spiele. Als er von seiner Freundin verlassen worden sei, habe er ein Tief gehabt. Die Kollegen in der Spielhalle hätten ihm auch nicht helfen können, weil fast alle von ihnen getrunken und Drogen genommen hätten.

Das Schöffengericht sprach letzlich den Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der wegen einiger Betrugsverfahren ebenfalls polizeibekannt war, mangels Nachweises einer Tatbegehung frei und verurteilte den Angeklagten, der zur Zeit wegen einer anderen Sache im Gefängnis sitzt, zu der Freiheitsstrafe.

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(mad)

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