Beim Zeitplan zu optimistisch

Offenbach ‐ Eine Flasche Champagner hat er wegen des ersten versprochenen Umzugstermins schon verloren, eine weitere will er nicht ausgeben müssen. Ein sichtlich gestresster Klinikum-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt hat zumindest wieder Galgenhumor, als er gestern Nachmittag verkündet, dass der Umzug vom Altbau in das 150 Millionen Euro teure neue Gebäude sich um weitere sechs bis sieben Wochen verzögert. Von Matthias Dahmer

Bereits im September des vergangenen Jahres musste Klinik-Chef Schmidt verkünden, dass der ursprünglich geplante Umzugstermin 19. Dezember nicht zu halten ist. Damals war als neues Datum der 13. und 14. April genannt worden. Ein wiederum zu eng gesteckter Zeitplan, wie Schmidt nun einräumt. Einen konkreten Termin will er nicht mehr nennen. So um Pfingsten, vielleicht ein oder zwei Wochen danach, sagt er, ist der Umzug geplant.

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Die Entscheidung ist erst gestern Mittag gefallen. Nach Gesprächen mit Bauaufsicht, Feuerwehr, Brandschutzgutachter und Generalplaner. Dabei war klar geworden: Wegen vieler kleiner, in der Summe aber erheblicher Mängel im Neubau, wie etwa fehlender Paneele in den Operationssälen oder Messfehlern bei Einbauten für die Cafeteria, gibt es keinen zeitlichen Puffer, wenn bei Inbetriebnahme der Sicherheitstechnik nachgebessert werden muss. „Ein Bezug des Neubaus kommt für uns erst in Frage, wenn wir absolute technische Sicherheit für unsere Patienten hergestellt haben“, sagt Schmidt.

Zweiter Grund für die Verschiebung des Umzugs ist der Frost. Der hat bislang verhindert, dass die Wärmedämmung der Außenfassade aufgeklebt und der vorgeschriebene Hubschrauber-Landeplatz wie erforderlich hergerichtet und genehmigt werden konnte.

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Die Terminverlegung vom Dezember auf voraussichtlich Ende Mai verursacht wegen der Unterhaltung beider Gebäude Mehrkosten von rund 450 000 Euro. „Politisch hat das alles keine Glücksgefühle ausgelöst, aber an den technischen Gegebenheiten kommen auch wir nicht vorbei“, sagt Kämmerer Michael Beseler als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums.

Den Mitarbeitern, verspricht Hans-Ulrich Schmidt, wird keine weitere Urlaubssperre aufgebürdet. Und auch die offizielle Eröffnung geht wie geplant am nächsten Freitag, 19. März, über die Bühne. Einen Tag später kann die Öffentlichkeit das neue Klinikum besichtigen.

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