Beitrag zur Stärkung des Selbstbewusstseins

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Macher und Leser der neuen „Respekt OF“-Magazins (von links): Klinikchef Hans-Ulrich Schmidt, Herausgeber Peter Heßler, Beiratssprecher Christoph Schaaf, Oberbürgermeister Horst Schneider, Aufsichtsrat Michael Beseler.

Offenbach ‐ Nein, ein glücklicher Umstand ist in die sich verzögernde Fertigstellung des Offenbacher Klinik-Neubaus auch seit dem gestrigen Nachmittag nicht hinein zu interpretieren. Die mehrmonatige Verspätung kostet immer noch viel Geld und Nerven und wird wohl erst mit Gerichtsurteilen gegen oder für einige Baufirmen endgültig abgearbeitet sein. Von Marcus Reinsch

Dass Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt trotzdem allen Grund zur Freude hatte, war der neuen Ausgabe des Offenbacher Magazins „Respekt OF“ geschuldet. Sie ist ausschließlich dem Krankenhaus gewidmet und nach bisher vier thematisch deutlich breiter angelegten Veröffentlichungen das erste „Special“ des Magazins.

Die gestern vorgestellte Ausgabe 05/2010 erscheint in einer Auflage von 5.000 Exemplaren und wird erstmals am morgigen Mittwoch zu haben sein. Am frühen Abend bittet die Stadt zum Neujahrsempfang in den äußerlich so gut wie vollendeten und innerlich zumindest für nichtmedizinische Zwecke nutzbaren Klinik-Neubau am Starkenburgring. Für die meisten Gäste wird es der erste unverstellte Blick in die Zukunft des Krankenhauses sein - geschärft vom Tiefgang, mit dem das neue „Respekt“ vor allem die Historie der Institution beleuchtet.

Für Klinik-Chef ist „Zeitdokument“ entstanden

Die Recherche war schwierig. Eine Brandkatastrophe hatte 1984 Patienten und Mitarbeiter verschont, aber im Archiv elementare Dokumente der Klinikgeschichte zerstört. Der Journalist Lothar R. Braun, ehemals Chefredakteur unserer Zeitung, forschte im Haus der Stadtgeschichte tief, um die im Heft mit angemessen viel Platz ausgestattete „Chronik des Offenbacher Krankenhauses“ zu komplettieren. So wird das „Special“ auch zur Wiederbelebung für vieles, was schon als verloren akzeptiert worden war.

Für Klinik-Chef Schmidt ist ein „Zeitdokument“ entstanden. Und es füge sich, nun aber mit Augenzwinkern, dass er zur Eröffnung des Neubaus Mitte April etwas in Händen habe, „das anders und das viel mehr ist als die übliche Festschrift“. Das Klinikum hat sich bei „Respekt“- Herausgeber, -Lenker und -Denker Peter Heßler die komplette Auflage gesichert.

Schmidt besorgte großformatig, aber zurückhaltend gestaltete Anzeigen, vermittelte Geld von Spendern. Inhaltlich aber hatte er nichts mitzureden. Konzeption, Themenwahl, Schreibe fielen ausschließlich in die Verantwortung der Magazin-Macher und der Autoren. Die haben ihren journalistischen Blick bei aller positiven Grundeinstellung bewahrt, ließen sich nicht zu Lobbyarbeit im literarischen Mantel hinreißen. Schmidt: „Keiner, über den geschrieben wurde, wusste bis nach dem Druck, was geschrieben worden ist.“

Heßler ist überzeugt, dass Mission gelungen ist

Geschrieben wurden Geschichten über Menschen, Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Zukunft des Krankenhauses. Lothar R. Braun deutet in einem Klinikprolog auf die wichtigen Qualitäten der Klinik, porträtiert Geschäftsführer, Ärztlichen Leiter und andere. Dr. Uwe Preusker beleuchtet die medizinischen Aussichten. Andere Texte würdigen die architektonischen Besonderheiten und ihre renommierten Vordenker, die medizinische Ausbildung, „Leute, von denen man spricht“. Und zeigen immer auch Privates, das die Porträtierten preisgaben. Dazu Fotografien von drei Könnern: Frank Blümler, Günter Pfannmüller und Michael Ehrhart.

Das „Respekt-Special“ ist für 10 Euro in der Steinmetz‘schen Buchhandlung (Frankfurter Straße 37), bei Thalia im KOMM (Aliceplatz), im Buchladen am Markt (Wilhelmsplatz 12) und per E-Mail an marion.band@klinikum-offenbach.de zu haben.

Auch die „Respekt“-Sonderausgabe erreicht so das Ziel, das für jeden Leser ein anderes sein mag: Bestätigung des Offenbacher Stolzes für die einen, Gesundung des Offenbacher Selbstbewusstseins für andere. Herausgeber Heßler ist überzeugt, dass die Mission gelungen ist, „aufzuzeigen, dass da Leute sind, die nicht nur an Geld interessiert sind, sondern sich für die Gesellschaft einsetzen“.

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