Bekannte Forderung

Offenbach ‐ Helmut Reinhardt ist ein höflicher, ein zurückhaltender Mann. Das muss man wissen, um hinter Worten wie diesen den ganzen Ärger des obersten städtischen Denkmalschützers zu erkennen: „Es kann nicht sein, dass wir jedesmal eine bestimmte Jacke umgehängt bekommen und es heißt, dort wo der Denkmalschutz auftaucht, wird es teuer.“ Von Matthias Dahmer

Reinhardts Groll richtet sich gegen eine Aussage der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH). Die hatte unter anderem „Anforderungen des Denkmalschutzes im Bereich der Fenster“ verantwortlich gemacht für die Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro beim Umbau des ehemaligen Gesundheitsamts für die Zwecke der privaten Erasmus-Schule.

„Das stimmt absolut nicht, das weise ich zurück“, sagt Helmut Reinhardt. Der Denkmalschutz habe bei dem Projekt keine Forderungen erhoben, die den Planern unbekannt gewesen seien.

Seine Behörde, so der Amtsleiter, habe sich alle Fenster der Immobilie im Dreieichring angeschaut, teilweise seien sie ersetzt worden, teilweise sei alles so gelassen worden, wie es war. Reinhardt: „Das hat sich unterm Strich ausgeglichen.“

Die Pressemitteilung der SOH war hingegen so zu verstehen, dass der Denkmalschutz gleichberechtigt neben statischen Zusatzleistungen, maroden Kanalrohren und einer teureren Holzfassade Verursacher der Mehrkosten von einer Million ist.

Warum die Denkmalschützer als Preistreiber herhalten mussten, kann sich auch Reinhardt nicht erklären. „Ich denke mir meinen Teil“, so sein Kommentar.

Die von Anfang an bekannten Forderungen des Denkmalschutzes in Sachen Fenster belaufen sich wie zu hören war lediglich auf rund 60.000 Euro.

Rubriklistenbild: © Archiv: Koffka

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