Organisationskosten privat vorgestreckt

Benefiz-Konzert bringt Miese

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Sindustry aus Frankfurt eröffneten den Abend mit kraftvollem Metal-Sound. Obwohl alle vier Bands eine tolle Show boten, blieben die Zuschauer aus.  

Offenbach - Vier Bands brachten beim Benefizkonzert für die Hard’n’Heavy Freunde Offenbach die Bieberer Turnhalle mächtig zum Scheppern. Trotzdem verlief der Abend nicht wie erhofft, kamen doch nur 50 Zuschauer. Damit schrieb der Verein rote statt schwarze Zahlen. Von Anna Kirschner 

Das war so nicht geplant: Gerade mal 50 Besucher hatte das Benefizkonzert für die Hard’n’Heavy-Freunde aus Offenbach. Vier Bands hatten am Samstag auf ihre Gage verzichtet, um ein Geldpolster für den angeschlagenen Verein einzuspielen. Stattdessen müssen die Organisationskosten jetzt privat vorgestreckt werden. Stefan Fleischer von der Band Scene X Dream hatte die Idee zum Benefizkonzert für seine alten Kumpels von den HHFO. Schnell waren drei weitere Bands gefunden, die den Verein unterstützen wollten: Sleeping Sun, eine erfolgreiche Nightwish-Tribute-Kombo, die erfahrenen Musiker von Odium und die Frankfurter Metal-Band Sindustry. Trotz einer gewissen Enttäuschung über die geringe Resonanz gaben alle vier Bands Vollgas und brachten die Bieberer Turnhalle ordentlich zum Scheppern.

Seit 2013 organisiert der Verein fünf bis acht Konzerte pro Jahr in der TVB-Halle. Ziel ist es, eine Plattform für lokale und internationale Hardrockbands in Offenbach zu erhalten und der Fanszene regelmäßig Events zu bieten. „Sonst gibt es ja nicht wirklich was in Offenbach“, findet der Vorsitzende Norbert Mandel, der schon Szenegrößen wie Lordi hierher geholt hat. Er selbst ist seit mehr als 35 Jahren in Sachen Musik unterwegs, war schon mit Blind Guardian und Gravedigger auf Tournee. „Wir wollen diese Musik in Offenbach hochhalten und den Leuten ermöglichen, Hard-Rock und Metal zu hören. Das ist unser Ding“, erzählt er. Wenn es nach Bandanfragen ginge, könne er jedes Wochenende ein Konzert veranstalten.

Das Ergebnis des Abends bringt Mandel aber zum Grübeln: „Das Benefizkonzert wird jetzt zum ganz dicken Bumerang für den Verein. Jetzt haben wir ein Problem, das wir vorher nicht hatten.“ Schließlich müssen Hallen- und Technikmieten bezahlt werden. Über 1000 Euro Miese könnte der Benefizabend bringen. Von Stadt und Industrie bekommt der Verein keine nennenswerte Unterstützung. Auch ein eigener Clubraum würde helfen, mehr Mitglieder anzuziehen. Bisher könne man sich nur privat treffen. Die internationale Gruppe mit Mitgliedern zwischen 18 und 70 heißt alle Interessierten willkommen.

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Jetzt richtet der Verein die Hoffnung auf die nächsten vier Veranstaltungen, die für dieses Jahr fest geplant sind. Wenn die Einnahmen reichen, kann das Minus wieder ausgebügelt werden. Es geht also erstmal weiter. Langfristig drohe aber, dass der Verein seine Kulturarbeit einstellen müsse.

Trotz allem entsteht schon Vorfreude auf das Ozzy-Osbourne-Tribute-Konzert am Samstag, 6. Mai. Nach dem Konzert ist eben vor dem Konzert. Jahres-Höhepunkt wird das Gedächtniskonzert für Lemmy Kilmister (Motörhead) am 28. Dezember.

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