Für die Farm geschwitzt

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Und los geht’s: Start des Benefizlaufs war im Leonhard-Eißnert-Park.

Offenbach - „Diese Walker laufen in der Regel nur bis zum Auto.“ Wasim Ghaffar, Leiter der Bildungsabteilung in der Ahmadiyya-Gemeinde, lacht. „Hier geht es nur ums Dabeisein. Der gute Zweck steht an allererster Stelle.“ Von Silke Gelhausen-Schüßler

Und diesen hat die Ahmadiyya, die sich selbst Reformgemeinde nennt, mit ihrem dritten Charity Walk & Run in Offenbach gestern wieder voll erfüllt.

Insgesamt 181 Teilnehmer wagen sich auf die neu abgesteckte Strecke durch den Leonhard-Eißnert Park mit Ziel an der Moschee im Boschweg. Das sind fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Etwa ein Viertel davon gehören nicht der Gemeinde an, Frauen sind in der Minderheit.

Ein ansteigender Parcours

Wechselhaftes Wetter und ein ansteigender Parcours machen die fünf beziehungsweise zehn Kilometer für die Läufer zur Herausforderung, „Spitzensportler“ und stylisches Sportdress suchen Beobachter vergeblich. Viele Walker kommen in ganz normaler Straßenkleidung, was die Veranstaltung umso sympathischer macht: Es muss nicht alles perfekt sein.

Vier Minuten vor dem Startschuss – der künftige Bürgermeister Peter Schneider hat in Vertretung des in Urlaub weilenden Oberbürgermeisters und Schirmherrn Horst Schneider schon seine Ansprache gehalten – wird noch zu Nachmeldungen aufgerufen. Das ist nicht ganz uneigennützig, denn jeder Läufer zahlt mindestens fünf Euro Startgeld, Spenden darüber hinaus werden gern genommen. Hintergrund: Alles fließt zu 100 Prozent je hälftig an die Kinder- und Jugendfarm – die es nach dem Brand der vergangenen Woche doppelt gut gebrauchen kann – und an ein Humanity-First-Projekt für Waisenkinder in Benin (Westafrika).

Erlös in Höhe von 3500 bis 4000 Euro

Shazad Latif Mir, Leiter des Organisationskomitees und Sprecher, sagt: „Wir rechnen mit einem Erlös in Höhe von 3500 bis 4000 Euro. Verstärkte Werbung und mehr Zeit für die Organisation haben sich bezahlt gemacht.“

Für letztere ist die Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya (MKA) zuständig, eine Unterabteilung der muslimischen Gemeinde. Sie setzt sich aus jungen Männern von 15 bis 40 Jahren zusammen. Die MKA will bei ihren Mitgliedern eine hohe Opferbereitschaft für nationale, spirituelle und gemeindebezogene Arbeiten entwickeln. Ferner sollen sie vor sinnlosem Zeitvertreib und Arbeitslosigkeit bewahrt werden, indem ihnen die Bedeutung guter schulischer und beruflicher Leistungen ans Herz gelegt wird. 160 Mitglieder hat die MKA in Offenbach, bundesweit sind es 7000.

Zwei weitere derartige Benefizläufe

Zwei weitere derartige Benefizläufe folgen im September in Wiesbaden und Bremen. Am Ziel erwartet die teilnehmenden Sportler neben reichlich Getränken zur Wiederauffüllung der Energiereserven ein pakistanisches Reisgericht und ein süßer Grießpudding.

Viele orientalische Leckereien verspricht übrigens das Eid-Fest, das symbolisch zum Ende des Fastenmonats Ramadan übermorgen in der Bait-ul-Jame-Moschee am Boschweg 7 steigt. Jeder ist eingeladen, der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Wichtel hat seinen Besuch bereits angekündigt.

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