Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“

Richtig in die Riemen gelegt

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Auch sie gaben für den guten Zweck ihr Bestes: Mitglieder des Vereins Pro Bürgel.

Offenbach - Beste Bedingungen bei der Zweitauflage der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ auf dem Main bei Bürgel: Schlusspunkt unter die elf Stationen umfassende Reihe. Von Harald H. Richter 

Im Vorbeifahren staunen die Passagiere des Ausflugsschiffs „Wappen von Frankfurt“ über den Menschenauflauf. Doch die Aufmerksamkeit gilt den Ruderbooten und ihren Crews. „Die Binnenschifffahrt genießt Vorrecht“, begründet die Vorsitzende des Wassersportvereins Bürgel, Manuela Damm, die kurze Unterbrechung. Kaum ist der Dampfer außer Sicht, können die Qualifikationsläufe auf der 350 Meter langen Strecke unweit des Bootshauses des WSV Bürgel fortgesetzt werden. Der Verein ist zum zweiten Mal Ausrichter, im Wechsel mit dem Mühlheimer Ruderverein. Wassersporttreibende beider Städte haben die Hobby-Mannschaften unterstützt, das Training begleitet. Auch im Rennen hat jeder seine Aufgabe. „100 Freiwillige sind aufgeboten, wir haben auch die Boote gestellt“, erklärt Damm.

70 Teams haben Startgeld entrichtet, um die Finanzierung onkologischer Projekte zu fördern. Aus Köln und Berlin sind welche angereist. Begünstigt ist das Ketteler-Krankenhaus, auf Initiative der Stiftung Leben mit Krebs. Den Auftakt erlebte Kiel. Offenbach setzt den Schlusspunkt, unterstützt von Sponsoren, die sich mit Aktionen und an Ständen präsentieren. Auf der Bühne gibt die Band DADline den Takt vor, auf dem Wasser die knappen Kommandos der Steuerleute.

Tumorkranke leiden oft unter eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit. Untersuchungsergebnisse belegen, dass regelmäßiger Sport die Belastung reduzieren kann, was sich günstig auf die Genesung auswirkt. Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, therapieunterstützende Projekte zu entwickeln, die die Lebensqualität verbessern. Rudern gehört zu den Sportarten, die fast alle Muskeln beanspruchen und zugleich Ausdauer, Koordination, Herz sowie Kreislauf trainieren. Wegen des geringen Verletzungsrisikos eignet es sich hervorragend zu Rehabilitation und Prävention.

„Rudern gegen Krebs“ in Offenbach

Rudern gegen Krebs in Offenbach

Für Staatsminister Stefan Grüttner als Schirmherr zählen zwei Aspekte: „Die Mobilisierung von vielen Freiwilligen und das Signal der Verbundenheit mit den Krebspatienten.“ Auch für Gerd Kath, Geschäftsführer des Ketteler-Krankenhauses, und den Leiter des Darmcentrums, Chefarzt Dr. Stephan Sahm, ist die Außenwirkung gewinnbringend. „Sie versetzt uns in die Lage, weiter sportliche Angebote für unsere Patienten zu finanzieren“, spielt Sahm auf den zu erwartenden Erlös in fünfstelliger Höhe an.

Für den guten Zweck legen sich Frauen-, Männer- und gemischte Teams in die Riemen, dazu Vereinsauswahlen sowie Gewinner vergangener Jahre aufeinander. Etliche Krankenhäuser stellen mehrere Mannschaften, Sana-Klinikum wie Ketteler. Dass Mannschaftsgeist beflügelt, erfährt Landrat Oliver Quilling, mit Frau Andrea, Ramona Müller und Marcel Subtil auf dem Wasser. Sie geraten etwas aus dem Takt, qualifizieren sich nur knapp fürs Halbfinale. Bürgermeister Peter Schneider applaudiert dem Sportamtsquartett, das als Bester seines Vorlaufs die Vorschlussrunde erreicht.

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