Feste Annahmestelle für Schadstoffe

Bequemere Entsorgung

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Das gehört bei der neuen Sammelstation abgegeben! (von links): ESO-Chef Peter Walther, Bürgermeister Peter Schneider und Markus Patsch, technischer Geschäftsführer des ESO.

Offenbach - Alte Farbeimer, Lackdosen, Reste von chemischen Reinigern – all das, was der gesetzestreue Offenbacher bislang idealerweise beim Schadstoffmobil abgegeben und der Umweltsünder möglicherweise in den Wald gekippt hat, kann künftig immer samstags auch im Wertstoffhof des ESO abgegeben werden.

Zusammen mit der Rhein-Main Abfall GmbH (RMA), deren Mitgesellschafter die Stadt Offenbach ist, hat der Stadtdienstleister auf dem Gelände an der Dieselstraße eine feste Annahmstelle für Anlieferer aus Offenbach errichtet, die jeden Samstag zwischen 8.30 und 14 Uhr kostenlos Schadstoffe in haushaltsüblichen Mengen annimmt.

Das Angebot sei als Ergänzung zu den bestehenden neun Sammelstellen des Schadstoffmobils im Stadtgebiet zu verstehen, sagt ESO-Chef Peter Walther. Er geht davon aus, dass der Service ankommt, die Öffnungszeiten möglicherweise schon bald erweitert werden müssen. Denn es sei bequemer, die oft nur geringen Mengen an Sonderabfällen zusammen etwa mit dem Grünschnitt, dem alten Möbelstück oder dem ausrangierten PC auf dem Wertstoffhof abzugeben, als das Schadstoffmobil anzusteuern.

Das kann Andreas Rencke aus Erfahrung bestätigen. Der Bereichsleiter Abfallwirtschaft bei der RMA berichtet von einer baugleichen Annahmestelle an der Deponie Wicker, wo sich die Zahl der Anlieferer innerhalb eines Jahres verdreifacht, die Tonnage um bis zu 20 Prozent zugenommen habe. RMA-Geschäftsführerin Constanze Celten rechnet vor, dass in Offenbach pro Jahr 1 600 Anlieferungen zu verzeichnen seien, was den Bedarf für eine feste Annahmstelle belege.

Neue Einrichtung auf dem Wertstoffhof

Die neue Einrichtung auf dem Wertstoffhof kommt recht unspektakulär daher: Angenommen wird die schädliche Fracht von geschultem Personal in einem Container, in dem zwölf große Fässer stehen, welche die verschiedenen Substanzen aufnehmen können. Zwei Stahlbehälter und ein spezieller Sicherheitsschrank unweit des Containers gewährleisten zudem die gefahrlose Lagerung der Stoffe, bevor sie von der RMA vorschriftsmäßig entsorgt werden. Etwa 100 000 Euro hat die Sammelstation gekostet. 75 000 Euro davon entfallen auf die von der RMA finanzierten Container und Sicherheitsbehälter, der ESO steuerte eine erforderliche und 20 000 Euro teure Bodenplatte vor dem Container bei. Den Rest verschlang das aufwändige Genehmigungsverfahren, welches auch für die zirka sechsmonatige Bauzeit der Anlage verantwortlich war.

Pro Anlieferung können bis zu 100 Liter beziehungsweise 100 Kilogramm abgeben werden. Die Sonderabfälle sollten in der gut verschlossen Originalpackung abgeliefert werden, wobei die Behälter ein Volumen von 20 Litern (bei ätzenden Flüssigkeiten zehn Liter) nicht überschreiten sollten.

mad

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