RMV-Automaten werden bis Mai ausgetauscht

Bereit für die neue Gruppenkarte

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Neue RMV-Ticketautomaten

Offenbach - Von Montag an werden die 638 Fahrscheinautomaten an den S- und Regionalbahnhöfen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) ausgetauscht. Von Carsten Müller

Die in einer Pilotphase erfolgreich getesteten Nachfolger sind auch gerüstet, um die neuen personalisierten Gruppentickets ausdrucken zu können, wie RMV-Sprecher Maximilian Meyer am Freitag mitteilte. Hintergrund: Seit Kurzem müssen alle auf dem Gruppenfahrschein Mitreisenden namentlich aufgeführt werden.

Begonnen wird mit der Aufstellung im Frankfurter Hauptbahnhof, bis voraussichtlich Ende Mai soll der Austausch abgeschlossen sein. Zum 1. Januar ist ein neuer Vertrag mit der Transdev in Kraft getreten, die den Zuschlag für den zuvor europaweit ausgeschriebenen Fahrkartenvertrieb und die Abonnementverwaltung im RMV erhalten hat. Die neuen Automaten verfügen unter anderem über ein besser ablesbares Display und die Möglichkeit zur Live-Auskunft, geben Scheine als Rückgeld aus und erlauben kontaktlose Zahlung.

In den Bussen und Mobilitätszentralen der lokalen Verkehrsanbieter wie Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) oder Hanauer Straßenbahn (HSB) müssen die Drucker für die größeren Ticketformate nicht umgerüstet werden. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt dagegen hat nach eigenen Angaben 11 000 Euro investiert, um sämtliche 600 Automaten an Bushaltestellen und U-Bahnsteigen sowie in den B-Ebenen fit für Gruppen- und Hessen-Tickets zu machen.

Für Bahnkunden bedeutet das Eintragen der Mitreisenden zusätzlichen Aufwand. Doch können sie auch von der Umstellung profitieren, weil der schwunghafte Handel mit Gruppenfahrscheinen eingedämmt wird, sich dadurch die Erlössituation des Verkehrsanbieters verbessert und die Lage auf den Bahnsteigen entspannt.

„Die Umstellung ist leider notwendig geworden, seit die Bettelei um Fahrkarten seitens unserer neuen Mitbürger überhandgenommen hat“, kommentiert Winfried Straub vom Fahrgastverband ProBahn Hessen. Es habe viele Beschwerden von Bahnkunden gegeben, die vom Missbrauch der Gruppentickets berichtet hätten. Unter anderem würden Fahrgäste am Frankfurter Hauptbahnhof gezielt auf das Hessen-Ticket angesprochen. Ihm selbst seien schon RMV-Kombitickets mit Eintrittskarten für Konzerte in der Alten Oper angeboten worden, „von Personen, die eindeutig solche Veranstaltungen nicht besuchen“. Besonders rund um Großereignisse wie den Frankfurter Weihnachtsmarkt steige die Zahl der Menschen, die auf den Bahnsteigen Gruppen- und Kombitickets gegen Bargeld anbieten, ergänzt ProBahn-Sprecher Thomas Kraft.

Bilder: In wenigen Schritten zum RMV-Handy-Ticket

Straub bedauert, dass sich „eine ursprünglich gute Idee“ negativ entwickelt habe. Die Reaktion seitens der Verkehrsunternehmen sei „überfällig“ gewesen. Zumal personengebundene Gruppenfahrscheine andernorts längst üblich seien. Straub kritisiert auch Bahnfahrer, die am Zielort ihre Karten weitergegeben haben. „Ich kann die Verkehrsunternehmen voll und ganz verstehen, die um ihre Einnahmen fürchten.“

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