Berg-Flutlicht soll warnen

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Feuerwehrchef Uwe Sauer ist sich sicher, dass der Erhalt und der Umbau der Flutlichtmasten des Stadions die Sicherheit der Offenbacher verbessern kann.

Offenbach (us/bg/tk) - Die schon als historische Monumente erachteten Flutlichtmasten des Stadions auf dem Bieberer Berg sind von fast jeder Stelle des Stadtgebiets aus zu sehen. Sie sind ein echtes Wahrzeichen Offenbachs eben.

Kein Wunder, dass der Gedanke, sie müssten dem Stadion-Neubau weichen, nicht nur Fans die Tränen in die Augen treibt. Es hat sich sogar schon eine Bewegung für ihre Erhaltung gebildet. Die Hoffnung gründet sich bislang auf das eher vage Versprechen, die Sparda-Bank Hessen als künftige Stadion-Namengeberin werde sich etwas einfallen lassen.

Nun eröffnet sich eine neue Perspektive, die zudem den Charme besitzt, dass die Masten nicht als funktionslose Nostalgie-Objekte erhalten werden müssten.

Offenbachs Feuerwehrchef Uwe Sauer, auch für den Katastrophenschutz zuständig, hat eine Initiative ergriffen, um die beiden Masten zu erhalten. „Wir haben bisher Defizite, um in einem Gefahrenfall die Bevölkerung schnell und effizient warnen zu können!“, erklärte Sauer gegenüber unserer Zeitung.

Er will den „Leuchtturmcharakter“ der Masten zur Warnung der Bevölkerung nutzen. Hierzu sollen die Flutlichtträger an den Spitzen gedreht und mit roten, gelben und grünen Hochleistungs-Leuchtdioden bestückt werden. Bei einem Warnanlass, zum Beispiel infolge der Freisetzung einer chemischen Wolke oder von starker Rauchentwicklung bei einem Großbrand, werden die Lampen blinkend aktiviert.

Rot bedeutet Räumung

Gelbes Blinklicht bedeutet „Sofort Türen und Fenster verschließen, Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten, sich nicht im Freien aufhalten und Passanten vorübergehende Unterkunft gewähren! Radio für weitere Informationen einschalten!“ Rotes Blinklicht bedeutet „Die sofortige Räumung eines Teils oder des ganzen Offenbacher Stadtgebietes ist angeordnet! Sofort die notwendigen Vorkehrungen treffen und weitere Anweisungen über Radio abwarten!“. Da aber niemand den ganzen Tag die Flutlichtmasten beobachtet, ist es wichtig, das optische Signal mit einem akustischen zu verbinden.

„Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland hat festgestellt, dass eine Warnung stets mit einem Weckruf verbunden sein muss“, erläutert Sauer.

Gedacht ist an zwei Hochleistungssirenen, die an den beiden Masten befestigt werden. Ähnlich der akustischen Wirkung von Minaretten verbreitet sich der Sirenenschall vom Bieberer Berg aus über das gesamte Stadtgebiet. Die Bevölkerung wird damit auf die Warnung aufmerksam, blickt zu den Masten auf dem Bieberer Berg und erkennt die ausgerufene Warnstufe.

Oberbürgermeister Horst Schneider als Katastrophen-Dezernent ist begeistert und will für die notwendigen finanziellen Mittel sowohl bei der Sparda-Bank als auch bei den Stadtverordneten werben. Fragt sich nur, ob eine solche Ton- und Lichtschau von der Bevölkerung akzeptiert wird.

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